| Bad Segeberg. Bereits
zum dritten Mal hat die Stadt Bad Segeberg (16 000 Einwohner, Schleswig-Holstein)
ihren Jugendbuchpreis, die »Segeberger Feder« verliehen,
an dessen Vergabe die jugendlichen Besucher der Stadtbücherei
beteiligt sind. Die Wahl der Jury – sechzehn Schülerinnen
und Schüler – fiel heuer auf Peter Schwindts »Zeitsprung«
(Loewe, 2004). Dank der Stiftung der Sparkasse ist der Preis mit
eintausend Euro dotiert. Den beteiligten Jugendlichen wird mit Sachpreisen
und Büchergutscheinen gedankt.
Bayern. Der Landesverband Bayern des
Sankt Michaelsbundes hat mit dem Bamberger Domkapitular Hans-Jörg
Elsner (64) einen neuen Vorsitzenden. Er tritt die Nachfolge von
Prälat Erich Pfanzelt (62) an, der im September ’04 die
Leitung des Katholischen Schulkommissariats in München übernommen
hat. Neu im Vorstand ist der ehemalige Kultusminister Hans Zehetmair
(68), der in einem weiteren Ehrenamt auch als Vorsitzender des jüngst
konstituierten Rates für deutsche Rechtschreibung fungiert.
Berlin. Die 108-seitige, deutsche Übersetzung
der »IFLA/Unesco Public Libraries Guidelines«, aufgestellt
von einer Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Philip Gill im Auftrag
der Sektion Öffentliche Bibliotheken, steht zum Download unter
<www.ifla.org/VII/s8/news/pg01-g.pdf>
bereit: »Die Dienstleistungen der Öffentlichen Bibliothek:
IFLA/Unesco Richtlinien für die Weiterentwicklung«. Bereits
1973 hatte die IFLA die »Standards for Public Libraries«
veröffentlicht, die 1977 mit geringfügigen Änderungen
neu herausgegeben wurden. 1986 wurde diese Veröffentlichung
durch die »Richtlinien für Öffentliche Bibliotheken«
ersetzt. Die dritte Fassung der Publikation »Öffentliche
Bibliothek, Manifest der Unesco« erschien 1994 und wurde in
mehr als 20 Sprachen übersetzt.
Berlin. Mit Jahresbeginn ist die Senatsbibliothek
(www.senatsbibliothek.de) in die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek
integriert worden. Sie wird somit das dritte Haus der ZLB, die im
Oktober 1995 durch die Fusion der Amerika-Gedenkbibliothek mit der
Berliner Stadtbibliothek per Gesetz gegründet wurde. Die von
Marion Hecker geleitete Senatsbibliothek im Ernst-Reuter-Haus an
der »Straße des 17. Juni« 112 ist die kommunalwissenschaftliche
Spezialbibliothek für Deutschland. Sie ist Servicebibliothek
für die Verwaltung des Landes Berlin und Dienstleister für
überregionale öffentliche Einrichtungen. Sammelschwerpunkte
der Senatsbibliothek sind die Themen Verwaltung und Öffentliches
Recht. Als Teil der ZLB sammelt die Senatsbibliothek das amtliche
Schrifttum Berlins. Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft
hält sie ihre Stärke in den Bereichen »Kommunalwissenschaften«
sowie »Städtebau, Landesplanung und Raumordnung«.
Die Bestandsgröße beträgt mehr als 500 000 Medieneinheiten.
Wichtigster Kooperationspartner der Senatsbibliothek ist das Deutsche
Institut für Urbanistik, das einen Sitz ebenfalls im Ernst-Reuter-Haus
hat. Die Bibliothek steht jedermann (ab sechzehn Jahren) gegen eine
Jahresgebühr von zehn Euro offen.
Berlin. Als Schenkung durch die »Kulturstiftung
zur Förderung der Berliner Landesbibliothek« hat die
ZLB die Kant-Sammlung des Forschers Gerhard Funke (Mainz) erhalten.
Sie umfasst 2 800 Titel in fast 3 300 Bänden sowie 61 teils
seltene Erst- und Frühausgaben von Kant und zeitgenössischen
Philosophen.
Berlin. Der Bezirk Köpenick beabsichtigt,
am Alten Markt eine Mittelpunktbibliothek einzurichten; im Gegenzug
sind vier kleinere Bibliotheken zur Schließung vorgesehen.
Berlin. Anfang September 2004 hatte
der Bezirk Marzahn die Heinrich-von-Kleist-Bibliothek an der Havemannstraße
dichtgemacht – nach massiven Bürgerprotesten ist die
einzige Bibliothek für die 22 000 Bewohner des Plattenbau-Quartiers
Marzahn-Nordwest im Dezember wieder eröffnet worden. Sie wird,
bei reduzierten Öffnungszeiten, nunmehr von Mitarbeitern anderer
Bibliotheken mitbetreut und erfährt Hilfe auch von vier 1-Euro-Kräften
eines Stadtteilzentrums.
Bonn. Bundesumweltminister Trittin hat
im Dezember ’04 den Grundstein für einen Erweiterungsbau
des im Stadtteil Rüngsdorf ansässigen Bundesamtes für
Naturschutz gelegt. Er dient zugleich der Erweiterung der Bibliothek
des BfN, die mit über 125 000 Bänden als größte
Naturschutzbibliothek im deutschsprachigen Raum gilt. Die Fertigstellung
ist für Mitte kommenden Jahres geplant.
Dresden. Die Hochschule für Technik
und Wirtschaft erhält eine neue Bibliothek (www.htw-dresden.de/bib/Bau_Vorstellung1.pdf):
Im Dezember vergangenen Jahres wurde der Grundstein für den
viergeschossigen Bau an der Andreas-Schubert-Straße/Lindenaustraße
gelegt. Die Eröffnung des Hauses mit über zweitausend
Quadratmetern Nutzfläche ist für 2006 vorgesehen.
Dresden. Die Zentrale der Städtischen
Bibliotheken verbleibt im World Trade Center. Nachdem die Stadt
den Mietvertrag aus Kostengründen zunächst gekündigt
und einen neuen Standort am Wiener Platz erwogen hatte (BuB 7/2003),
konnte nunmehr Einvernehmen mit dem Betreiber des WTC erzielt werden.
Emden / Aurich. Walter Schulz, Direktor
der Johannes-a-Lasco-Bibliothek (www.jalb.de),
übernimmt ab April in Personalunion auch die Leitung der »Ostfriesischen
Landschaft« (www.ostfriesischelandschaft.de),
der zweiten großen Kulturorganisation in Ostfriesland.
Erkrath. Die Stadtbücherei in Erkrath
(50 000 Einwohner) ist Hauptpreisträger beim nord-rhein-westfälischen
Wettbewerb »Lernen Online«, einem Bestandteil der Initiative
»NRW: Neues Lernen« (www.nrw-neueslernen.de/html/wettbewerb/lernenonline.php).
Sie erhält den von Siemens gestifteten Preis – eine aus
fünf vernetzten PCs bestehende »Medienecke« –
für ihr Internetprojekt »School Corner Online«
(www-public.rz.uni-duesseldorf.de/stadtbuecherei-erkrath/Projekt_SCO/Indexalt.htm),
das sich an Schülerinnen und Schüler weiterführender
Schulen wendet, um sie zum selbständigen Erforschen und Lernen
anzuregen.
Flensburg. Mitte Dezember vergangenen
Jahres hat die Stadtbücherei an den Süderhofenden geschlossen,
um Ende dieses Monats ihr Ausweichquartier in der Angelburger Straße
18 zu eröffnen. Der bisherige Bibliotheksbau wird abgerissen
und durch ein Einkaufszentrum, die Südermarkt-Passage, ersetzt,
unter dessen Dach auch die Stadtbücherei ein neues Domizil
finden wird.
Gütersloh. Die Verbraucher-Zentrale
ist im Januar in die Räume der Stadtbibliothek umgezogen. Beide
Einrichtungen versprechen sich von der Arbeit unter einem gemeinsamen
Dach Kostenvorteile und Synergieeffekte.
Hanau. Die Pläne des Baudezernenten
der hessischen 88 000-Einwohner-Stadt zur Neugestaltung des ebenso
tristen wie zentral gelegenen Freiheitsplatzes sehen auch einen
Neubau der Stadtbibliothek vor. Ein Gegenentwurf kommt aus den Reihen
der CDU: Man solle doch anstelle eines voluminösen Unterhaltungsmarktes
besser ein größeres Bibliotheksgebäude errichten;
Begründung: »Wir brauchen ein Kleinod für Leser
und Flaneure.«
Hannover. Seit Januar trägt die
Niedersächsische Landesbibliothek den Namen »Gottfried
Wilhelm Leibniz Bibliothek · Niedersächsische Landesbibliothek«.
Mit der Geschichte der bisherigen NLB ist der Name des Universalgelehrten
aufs engste verbunden: Leibniz leitete diese Bibliothek vier Jahrzehnte
lang, von 1676 bis 1716. Hier schrieb er auch die meisten seiner
bedeutenden Werke und korrespondierte weltweit mit zahlreichen Gelehrten,
Politikern und Potentaten. Zu den wertvollsten Beständen der
Bibliothek gehört Leibniz’ Nachlass; er umfasst über
50 000 Autographen und neben anderem auch die einzige erhaltene,
von ihm konstruierte Rechenmaschine. In der Abteilung Leibniz-Archiv
der Bibliothek werden die Manuskripte aus seinem umfangreichen Nachlass
ediert; die Leibniz-Gesellschaft hat hier ihren Sitz.
Hof. Der Stadtrat im bayerischen Hof
(50 000 Einwohner) hat sich grundsätzlich für die Einrichtung
eines »Bildungsnetzes Stadt und Region Hof« ausgesprochen,
das sowohl ein Netzwerk von Bibliotheken in der Stadt und dem Landkreis
als auch die räumliche Bündelung von Bildungsträgern
unter einem Dach beinhaltet. Als Ideenfundus für ein »regionales
Bildungszentrum« dient ein umfangreiches Gutachten, das Professor
Manfred Nagl und Bernd Bendig (HdM Stuttgart) erarbeitet haben.
Koblenz. Dr. Helmut Frühauf (57),
zuletzt kommissarischer Leiter der Rheinischen Landesbibliothek,
ist im vergangenen Dezember in sein neues Amt als erster Direktor
des neu geschaffenen Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (www.lbz-rlp.de;
siehe auch BuB Heft 9/2004, Seite 524 f.) eingeführt worden.
Sein Stellvertreter Günter Pflaum (48) war bisher Leiter der
Staatlichen Büchereistelle Rheinhessen-Pfalz in Neustadt an
der Weinstraße.
Konstanz. Uwe Brügmann (63) ist
Mitte Dezember ’04 in den Ruhestand getreten. Der promovierte
Historiker war seit 1985 Leiter der Stadtbücherei; als seine
kommissarische Nachfolgerin fungiert zunächst Barbara Muer.
Leverkusen. Der über hundert Jahre
alten und mit rund einer Viertel Million jährlicher Ausleihen
rege genutzten Werksbibliothek der Bayer AG droht zum 1. April die
Schließung. Das Unternehmen würde den bisherigen Mitarbeitern
in diesem Fall andere Arbeitsplätze anbieten.
Meiningen. Nach vierzig Jahren in der
Stadt- und Kreisbibliothek Meiningen (23 000 Einwohner), davon 35
als deren Leiterin, ist Barbara Brandt Mitte Dezember 2004 in den
Ruhestand verabschiedet worden. Neue Bibliothekschefin ist ihre
bisherige Stellvertreterin Silvia Grahmann. Die Mitglieder des früheren
»Vereins der Bibliothekare und Assistenten · vba«,
dem Vorgänger des BIB, werden Meiningen und Barbara Brandt
noch in bester Erinnerung haben, hat doch dessen letzte Jahrestagung
vor der Fusion mit dem VdDB im Juni 1999 in der thüringischen
Residenz- und Theaterstadt stattgefunden.
Potsdam. In einem Jahr sollen die Bauarbeiten
für die neue, rund fünftausend Quadratmeter Nutzfläche
umfassende Zentralbibliothek der Universität am Campus Golm
beginnen und bis 2008 abgeschlossen sein. Unterdessen werden die
Bibliothekskapazitäten am Standort Neues Palais erweitert.
(Lageplan: www.uni-potsdam.de/lageplaene/index.html)
Recklinghausen. Vom 13. bis 20. März
findet die (nach 2003) zweite Recklinghäuser Literaturwoche
»LiteraturRE« statt. »›Acht Tage und ein
Prolog‹ lang wird Literatur zum zentralen Thema in Recklinghausen.
Das Programm bietet Literatur in vielen Varianten, aus vielen Epochen
und vielen Ländern, an ›gewöhnlichen und ungewöhnlichen‹
Orten«, wie die Einladung verspricht.
Volkach. Die bisherige Leiterin der
Stadtbücherei Volkach (9 500 Einwohner, Bayern), Erika Schinner,
hat mit dem Jahreswechsel ihren Ruhestand angetreten und den Stab
an Elisabeth Fenn weitergereicht.
Weiden. Karin Holl, langjährige
Leiterin der Regionalbibliothek Weiden (Oberpfalz), ist Ende November
2004 in den Ruhestand verabschiedet worden. Als neue Chefin des
Hauses folgt ihr Sabine Guhl.
Weimar / Erfurt. Die rund eintausend
Helfer und Retter beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
vom 2. September ’04 sind im Erfurter Stadtschloss mit dem
Thüringer Kulturpreis 2004 geehrt worden. Das Preisgeld in
Höhe von 12 500 Euro kommt der Restaurierung von Büchern
zugute.
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