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SCHWERPUNKT:

Julia Hellmich
Bachelor und Master zwischen allen Stühlen?
Reichlich Chancen und ein paar Fallstricke für die neuen Absolventen im Berufsfeld Bibliothek und Information

Die Hochschulausbildung ist kräftig in Bewegung: Mittlerweile starten jedes Semester neue Bachelor- und Master-Studiengänge an den sieben deutschen Fachhochschulen, an denen im Bibliotheks- und Informationsbereich ausgebildet wird. Und es gibt schon erste Rückmeldungen aus der Praxis. Die Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) beispielsweise meldet Erfolge: Der dortige Bachelorstudiengang ist dieses Wintersemester bei Bewerbern begehrt wie nie zuvor, auf die 55 Studienplätze bewarben sich 380 Interessenten. Auch die 15 Plätze des taufrischen Masterstudiengangs waren schnell fast ausgebucht. Die neuen Abschlüsse verheißen kürzere Studienzeiten, Jobchancen in ganz Europa und in den Master-Programmen vertiefende informationswissenschaftliche Forschung. Doch es gibt auch Fallstricke: Für Bachelor-Absolventen könnte der geplante »Fachwirt für Informationsdienste« zur Konkurrenz werden. Und ob der Markt genug passende Jobs für die neuen Master-Absolventen bietet, ist auch noch nicht ausgemacht.

Die ersten Bachelor-Bibliothekarinnen erobern die Praxis
Drei Absolventinnen berichten von Jobsuche und Berufseinstieg

Wenn das kein gutes Omen ist: Deutschlands erste Bachelor-Bibliothekarin mit Arbeitsvertrag hat nur eine einzige Bewerbung verschickt und gleich einen Treffer gelandet. Seit Sommer 2007 haben die ersten Absolventen des BA-Studiengangs »Bibliotheks- und Informationsmanagement« der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart den Abschluss in der Tasche. Drei von ihnen haben für BuB ihre Erfahrungen beim Berufseinstieg geschildert und ziehen ein positives Fazit.

Ursula Georgy
Das bringen nur Akademiker fertig
Triftige Gründe für das Studium von »Library and Information Science«– Kampagne »pro Bachelor«

An den meisten deutschen Hochschulen ist die Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge abge­schlossen. Vielerorts wurden im Jahr 2006 die allerletzten Studie­rende in Diplom- und Magister-Studiengänge immatrikuliert. Doch wie es nun in der Praxis weitergeht, darüber herrscht vielfach große Unsicherheit. Sowohl die Studierenden, aber vor allem die Arbeitgeber wissen oft nicht, wie sich Bachelor und Master in die bisherigen Karriere- und Gehaltsstrukturen integrieren lassen. Diese Lücke möchte die KIBA (Konferenz der informatorischen und bibliothekarischen Ausbildungseinrichtungen) schließen helfen. Sie hat zu diesem Zweck eine Imagekampagne »pro Bachelor« ins Leben gerufen.1 Ursula Georgy, KIBA-Vorsitzende und Professorin in Köln, erläutert für BuB, was von den neuen Bachelor-Absolventen im Bibliotheks- und Informationsbereich zu erwarten ist und unterstreicht den Wert dieser akademischen Grundausbildung.

Cornelia Vonhof
Hilfestellung für große Sprünge
Mentoring-Programm unterstützt Stuttgarts Studentinnen beim Berufseinstieg

Die Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart bietet ein hochschulweites Mentoring-Programm an. Damit werden Studentinnen der Abschlusssemester beim Übergang ins Berufsleben unterstützt. Eine erfolgreiche Berufspraktikerin und eine Studentin bilden ein Tandem und betreiben ein Jahr lang aktive Karriereplanung. Besonders beliebt ist das Programm bei den angehenden Bibliotheks- und Informationsprofis. Darüber hinaus gibt es seit dem Wintersemester 2007/2008 noch ein weiteres Mentoring-Modell an der HdM, bei dem 14 Studierende des dritten Semesters den Erstsemestern beim Einstieg ins Studium auf die Sprünge helfen. Zu Theorie und Konzeption des Mentoring und über das beispielhafte Programm in Stuttgart berichtet Prof. Cornelia Vonhof in folgendem Beitrag.

Elka Sloan
Mit Biss, Spezialwissen und Business English
Wie Informationsprofis den Sprung in die Privatwirtschaft schaffen

Wer heute ein Studienfach aus den Bereichen Bibliotheks-, Informations- und Dokumentationswesen wählt, der darf sich schon bald einen Informationsspezialisten nennen. Und die werden bekanntlich längst nicht mehr nur in klassischen Bibliotheken, Archiven und Dokumentationen gebraucht! Doch wo genau können Informationsprofis in privaten Betrieben unterkommen, abgesehen von deren firmeneigener Bibliothek? Und was gehört in den Lebenslauf und die Bewerbungsmappe, wenn man den Sprung in die Privatwirtschaft plant? Die Personalberaterin Elka Sloan vermittelt Informationsspezialisten für eine internationale Beraterfirma und verrät, wie der Sprung ins Unternehmen gelingen kann.

Jennifer Huber, Kathleen Schacht
»Ich bin eine Schnittstelle«
Hamburger Studenten erforschen den Markt für Medien- und Informationsprofis / Aktuelle Verbleibstudie

Der Markt für Informationsprofis wandelt sich rasant, und die Ausbildungen folgen dieser Entwicklung tapfer. Am Department für Information der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) gibt es seit 2006 den Bachelorstudiengang »Medien und Information«, kurz »MuI«, der auf Jobs im Medien- und Informationssektor vorbereitet. Das können Tätigkeiten in Dokumentationen sein, aber beispielsweise auch in Redaktionen, Werbung und Kulturwirtschaft. Aber gibt es für ein solch allgemeines Profil wie »Medien und Information« überhaupt einen echten Markt? Eine aktuelle Studie gibt Antworten – nicht zuletzt auf die Fragen einiger Studierender, die an ihren Berufsaussichten Zweifel hatten. Die Studie erforscht die Lebensläufe von 147 Absolventen des Diplomstudiengangs »Mediendokumentation«, dem Vorgänger-Studiengang von »MuI« mit einem ähnlichen Curriculum. Das Ergebnis: Durch persönliches Profil, Praktika, Nebenjobs und Eigeninitiative haben viele Absolventen erfolgreich in spannende Medienberufe hineingefunden. Vorteilhaft scheint dabei unter anderem eine Art »Schnittstellenkompetenz« zu sein. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie erläutern die Hamburger Studentinnen Jennifer Huber und Kathleen Schacht in folgendem Beitrag.*

Ulrike Steierwald
Hessische Info-Architekten für die virtuelle Welt
Konsequentes Technik-Profil zeichnet die neuen Studiengänge der FH Darmstadt aus

Seit dem Sommersemester 2007 bietet die Hochschule Darmstadt die Studienrichtung »Bibliotheksmanagement/Library Science« im Rahmen eines neuen Bachelor- und Master-Programms an. Das »Darmstädter Modell« ist hierzulande einzigartig, da die Informationswissenschaft in den Studiengang »Information Science and Engineering« eingebunden ist und damit eine fundierte ingenieurwissenschaftliche Ausrichtung bietet. Die Absolventinnen und Absolventen sind Experten im Umgang mit Medien und Informationen aller Art, und vor allem prägen sie im Bereich Informations-Architektur das moderne Profil eines Informationswissenschaftlers. Prof. Ulrike Steierwald stellt die Darmstädter Richtung für BuB vor.

Gillian Hallam
Kampf um die klügsten Köpfe
Wirtschaftsboom und weniger Studenten: Australische Bibliothekare planen systematisch Fachkräfte-Nachwuchs

Während sich die Absolventen bibliothekarischer Studiengänge in Deutschland bei ihren Bewerbungen immer noch die Finger wund schreiben, herrscht in Australien bereits Fachkräftemangel. Die Wirtschaft in Down Under boomt, gleichzeitig verlassen aufgrund des Geburtenrückgangs immer weniger junge Menschen die Universitäten: Der Kampf um die klügsten Köpfe ist voll entbrannt. Bibliotheken haben dabei nicht die besten Karten: Bezahlung und Prestige sind vergleichsweise gering. Für die australischen Berufsverbände ALIA (Australian Library and Information Association) und NSLA (National and State Libraries Australasia) steht deshalb eine Frage im Vordergrund: Was kann man tun, um auch künftig junge Menschen für den Beruf des Bibliothekars zu begeistern? Eine umfassende zweistufige Studie, in der sowohl Bibliothekare und Studenten als auch Vertreter von Informationseinrichtungen befragt wurden, soll nun konkrete Daten bringen, auf deren Grundlage die Berufsverbände ihre Zukunftsstrategien aufbauen wollen. Die Leiterin des Projekts, Gillian Hallam, beschreibt im Folgenden das Vorgehen.

Weitere Themen

Wiebke von Deylen
Die Kunst der kulturellen Selbstvergewisserung
Überblick über die reichen katalanischen Bestände der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

»La cultura catalana – singular i universal«, so lautet das Schwerpunktthema der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Vom 10. bis 14. Oktober stehen damit im Messezentrum der Mainmetropole die katalanische Kultur, die Region Katalonien und ihre interessanten Literauren im Mittelpunkt. Das Begleitprogramm und die literarischen Veranstaltungen sollen dem Messepublikum einen Einblick in die Vielfalt Kataloniens vermitteln. Der katalanische Sprach- und Kulturraum umfasst die spanischen Autonomieregionen Katalonien, Valencia und die Balearen sowie Andorra, das französische Département Pyrénées-Orientales und die Stadt Alguer auf Sardinien. Damit wird das Katalanische von mehr als zehn Millionen Menschen gesprochen oder zumindest verstanden. Wiebke von Deylen, Fachreferentin an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, gibt in folgendem Beitrag einen Überblick über die katalanischen Bestände ihrer Bibliothek.

Martin Vorberg
Arbeitsumgebung für Exzellenz
Die Hengeler Mueller-Bibliothek an der Bucerius Law School

Wie sieht der Alltag in einer privaten Hochschulbibliothek aus? Wie werden dort Bestandsaufbau, Dienstleistungen und Service gestaltet? Nachdem in der vorigen BuB-Ausgabe zwei Beispiele aus Berlin vorgestellt wurden, folgen nun zwei private Hochschulbibliotheken aus Hamburg: die Bibliothek der Hamburg Media School und die Hengeler Mueller-Bibliothek der Bucerius Law School. Die Nutzer der Hengeler Mueller-Bibliothek sind vor allem anspruchsvolle Studierende. Sie bezahlen ganze 3.300 Euro an Studiengebühren pro Trimester und gehen mit höchsten Erwartungen an ihre Ausbildung heran. Die exklusive Bibliothek steht ihnen täglich rund um die Uhr zur Verfügung. Externe Interessenten haben dort allerdings keinen Zugang.

Ines Rabe
Kleiner, aber feiner Bestand
Die Bibliothek der Hamburg Media School befindet sich noch im Aufbau

In großzügig angelegten und denkmalgeschützten Backsteingebäuden ist die Hamburg Media School (HMS) im Jahr 2003 als Public-Private-Partnership gegründet worden. Die Freie und Hansestadt Hamburg, die Universität Hamburg, die Hochschule für bildende Künste und rund 25 renommierte Medienunternehmen Deutschlands tragen zur hohen Qualität der Masterstudiengänge Medienmanagement, Journalismus und Film bei. Besonderheiten der Ausbildung an der HMS sind ein hoher Praxisbezug sowie eine frühe Netzwerkbildung mit potenziellen Arbeitgebern.

Gerhard W. Matter
Leuchtturm des Wissens im Baselland
Kantonsbibliothek in Liestal setzt architektonisch und technisch Maßstäbe

Direkt beim Bahnhof Liestal erstrahlt die neue Kantonsbibliothek Baselland. Die vor zwei Jahren eröffnete Einrichtung gleicht einem Leuchtturm des Wissens und der Bildung. Sie will kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt sein. Diese Bibliothek wurde unter dem Motto »Ein Haus für Menschen, keine Kaserne für Bücher« konzipiert. So bietet das Haus verschiedene angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten, es eignet sich für repräsentative Empfänge genauso wie zum ruhigen Lernen und Lesen. Das Café hinter der verglasten Eingangsfront gibt schon von außen Einblick in einen belebten Ort der Begegnung. Denn mehr noch als Bücher und Medien vermögen Menschen andere Menschen anzuziehen und neugierig zu machen. Die einprägsame Architektur ermöglicht Identifikation und hat das Potenzial zum Wahrzeichen.

Brigitta Pirzer
Freie Informationen als Pfeiler der Demokratie
Hohe Auszeichnung für Marshall Center Research Library in Garmisch-Partenkirchen

Hohe Auszeichnung für die Marshall Center Research Library: Die Bibliothek, die ihren Sitz in Garmisch-Partenkirchen, hat, ist vom Library of Congress Federal Library and Information Center Commitee (FLICC) in der Kategorie »Kleinere Bibliotheken bis zehn Mitarbeiter« zur »Federal Library of the Year 2006« ernannt worden.1 Am 12. Oktober findet die Preisverleihung in der Library of Congress in Washington D.C. statt. Dieser Award sowie das 60-jährige Jubiläum des Marshallplanes sind Grund genug, das George C. Marshall European Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen und seine wissenschaftliche Bibliothek
vorzustellen.

Bibliothekare mit Duschhauben
Auf der Suche nach Bildern des Berufsstandes im Netz

Das Internet ist eine große Grabbelkiste mit unzähligen Bildern von Institutionen und Personen. Man muss sie nur zu finden wissen! Welche Umwege das oft erfordert, verrät Internetexperte Jürgen Plieninger am Beispiel der Suche nach Bildern von Bibliotheken und BibliothekarInnen.

 

 
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16. November

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5. Dezember

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