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Vorbild in Europa

Amsterdam (Niederlande). Seit einem halben Jahr ist die neue Zentralbibliothek (www.oba.nl) in Betrieb. Täglich kommen über 7.000 Besucher in die moderne und sieben Tage die Woche (10 bis 22 Uhr) geöffnete Einrichtung. Bereits im Juli 2007 war die Bibliothek feierlich von Prinzessin Laurentien eröffnet worden. Die Prinzessin ist Ehrenvorsitzende des niederländischen Verbands Öffentlicher Bibliotheken. Die vom Architekten Jo Coenen entworfene Bibliothek ist mit 28.000 Quadratmetern eine der größten Öffentlichen Bibliotheken Europas. Sie besitzt unter anderem eine große Jugendabteilung, einen abgetrennten Ausstellungsbereich, ein Lesecafé und ein Restaurant, das einen Blick über die ganze Stadt eröffnet. Untergebracht ist die Einrichtung auf der Oosterdokseiland, der »Insel des Wissens« in der niederländischen Hauptstadt.

100 Jahre Stadtbibliothek

Berlin. Die Stadtbibliothek hat am 15. Oktober 2007 ihren 100. Geburtstag gefeiert. Nach der Wiedervereinigung wurde sie mit der Amerika-Gedenkbibliothek 1995 zur Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) zusammengeführt. Die Senatsbibliothek Berlin kam 2005 zur Stiftung hinzu. Heute befinden sich im Haus Berliner Stadtbibliothek die Fachgebiete: Allgemeine Information, Naturwissenschaften, Medizin, Sport, Technik, Umwelt, Mathematik und Informatik, Landwirtschaft, Recht und Wirtschaft sowie das Pressezentrum; weiterhin die Historischen Sammlungen mit historischem Lesesaal, das Zentrum für Berlin-Studien im Ribbeck-Haus und die e-LernBar, das Selbstlernzentrum der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Protest gegen Umzug

Berlin. Das Bezirksamt Mitte hat bekanntgegeben, dass zum 1. März die »Integration« der Jerusalem-Jugendbibliothek in der Schulstraße in die Bezirkszentralbibliothek am Luisenbad erfolgen soll. Die in der Schulstraße bestehenden Angebote und Dienstleistungen sowie das Mitarbeiter-Team würden, so heißt es, nach dem Umzug am neuen Standort zur Verfügung stehen. Bereits kurz nach Bekanntwerden hat sich eine Initiative gebildet, die die Schließung und den Wegzug der Bibliothek im Norden Berlins verhindern möchte. Eine Unterschriftenaktion wurde gestartet. Weitere Informationen unter: www.bibliothek.blogsport.de

Kulturelle Vielfalt

Berlin. Die Dachorganisation der bibliothekarischen und informationswissenschaftlichen Verbände, Bibliothek Information Deutschland (BID), hat eine umfangreiche Stellungnahme zur Unesco-Konvention »Kulturelle Vielfalt« abgegeben. Das zweiteilige Dokument mit dem Titel »Das Unesco-Übereinkommen mit Leben füllen: Herausforderungen für Bibliotheken und Bibliotheksträger« ist im Bibliotheksportal (www.bibliotheksportal.de) zu finden.

»Elefant« feiert Jubiläum

Berlin. Seit einem Vierteljahrhundert gibt es die Empfehlungsliste für Kinder- und Jugendbücher »Der Rote Elefant«. Neu eingeführt wurde nun eine Kooperation mit dem Zentralen Verzeichnis Antiquarischer Bücher (zvab): Kinder zwischen elf und zwölf Jahren formulieren ihre Leseeindrücke zu längst vom Markt verschwundenen Kinder- und Jugendbüchern. »Der Rote Elefant« kostet vier Euro als Einzelheft und drei Euro im Abo, zuzüglich Versandkosten. Weitere Informationen unter: www.lesart.org.

Parteien befragt

Bern (Schweiz). Im Vorfeld der Parlamentswahlen im vergangenen Oktober hat der Schweizer Bibliotheksverband BBS eine beispielgebende Parteienbefragung zur Bibliothekspolitik durchgeführt. Fragen und Antworten der Parteien sind zu finden unter www.bbs.ch (Aktivität – Lobbying).

Verbände fusioniert

Bern (Schweiz). Der Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz (BBS, gegründet 1897) und die Schweizerische Vereinigung für Dokumentation (SVD, gegründet 1939) werden ab 2008 gemeinsam auftreten. Die Fusion zu »Bibliothek Information Schweiz« wurde in der Gründungsversammlung im November 2007 von den Mitgliedern bestätigt. Als neuer Präsident des Verbands wurde Andreas R. Brellochs gewählt. Er ist als Information Researcher und Knowledge Manager der Boston Consulting Group AG (Switzerland) in Zürich tätig. »Bibliothek Information Schweiz« vertritt rund 1.700 Einzel- und 460 Kollektivmitglieder. Der Verband versteht sich sowohl als Berufs- wie auch als Branchenverband und bezweckt die Förderung sowie Entwicklung des schweizerischen Informationswesens im Sinne einer national koordinierten Informations- und Bibliothekspolitik. Weiter dient der Verband der fachlichen Vernetzung seiner Mitglieder, der Aus- und Weiterbildung sowie dem aktiven Erfahrungsaustausch auf nationaler und internationaler Ebene. Weitere Informationen zur Fusion finden sich unter www.bbs.ch.

Fusion gescheitert

Böblingen/Sindelfingen. Aus der geplanten Kooperation der Bibliotheken von Böblingen und Sindelfingen wird nichts. Die Gemeinderäte beider Städte haben sich bereits Mitte Oktober des vergangenen Jahres dagegen ausgesprochen. Das entscheidende Argument: Die einmaligen Investitionskosten seien sehr viel höher als der Nutzen einer Fusion. Als wesentliche Voraussetzung für die Fusion galt eine Vereinheitlichung der beiden EDV-Systeme. Zusammen mit der Neuetikettierung der Medien hätte sie rund 720.000 Euro gekostet. Dem gegenüber veranschlagte die eingesetzte Projektgruppe jährliche Einsparungen von rund 160.000 Euro, vor allem bei den Personalkosten – gedacht wurde an einen gemeinsamen Leiter und eine an einem Ort zusammengeführte Verwaltung. Die Fusionsgespräche waren auch vor dem Hintergrund geführt worden, dass sich die Leiter in beiden Städten an der Ruhestandsgrenze befanden. In Böblingen schied Rita Mücke Ende November aus. Zuvor hatte schon Hans-Joachim Basalla in Sindelfingen seinen Abschied genommen, dort war bei Redaktionsschluss Brigitte Kraft kommissarische Leiterin.

Im Ruhestand

Bozen. (Italien) Der ehemalige Direktor des Amts für Bibliotheken und Lesen in Südtirol, Franz Berger, ist Ende November 2007 in Ruhestand gegangen. Während seiner Zeit als Amtsdirektor hatte Berger den Bibliotheksverband Bozen ins Leben gerufen und lange Jahre als Vorsitzender geleitet. Berger war unter anderem wesentlich an der Ausarbeitung des Bibliotheksgesetzes der Autonomen Provinz Südtirol beteiligt. Zuletzt arbeitete er als Direktor der neugegründeten Universitätsbibliothek Bozen.

Auch nachts geöffnet

Dortmund. Die Zentralbibliothek der Universitätsbibliothek hat seit November 2007 von montags 8 Uhr bis samstags 24 Uhr geöffnet. Nur noch an Sonn- und Feiertagen bleibt die Bibliothek geschlossen. Damit hat die Zentralbibliothek ihre Öffnungszeiten von bisher 69 Stunden auf 136 Stunden pro Woche erhöht. Die Erweiterung der Öffnungszeiten wurde durch einen Pforten- und Empfangsdienst ermöglicht, der die Aufsicht in den Bibliotheksräumen übernimmt. Die Mittel hierfür stammen zum Teil aus Studienbeiträgen. Die Bibliothek reagiert damit auf die weiter steigende Nachfrage nach Lese- und Arbeitsplätzen und hofft auf eine Entzerrung der – insbesondere in Prüfungszeiten – starken Nachfrage nach ruhigen Arbeitsplätzen. Die Bibliothek wird täglich von über 3.000 Nutzern besucht.

Nacht der Bibliotheken

Düsseldorf. Großer Andrang herrschte am 26. Oktober in fast allen der mehr als 200 Bibliotheken, die sich in ganz Nordhein-Westfalen an der »Nacht der Bibliotheken« beteiligten. Insgesamt lockte das abwechslungsreiche Programm mit seinen hochkarätig besetzten Lesungen, Tatort-Inszenierungen und Krimi-Rallyes deutlich mehr Besucher (65.000) in die Öffentlichen, wissenschaftlichen und kirchlichen Bibliotheken als vor zwei Jahren bei der ersten »Nacht der Bibliotheken«. Das Konzept, nicht auf einen Mega-Event, sondern auf eine Vielzahl attraktiver kleiner und mittelgroßer Veranstaltungen zu setzen, habe sich, so die Organisatoren bezahlt gemacht. Allein in die Stadtbücherei Rheine kamen mehr als 3.500 Besucher – und 400 Neukunden.

»Libreka« freigeschaltet

Frankfurt am Main. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat auf der vergangenen Buchmesse sein Branchenprojekt zur Digitalisierung von Büchern unter dem Namen »Libreka« freigeschaltet (www.libreka.de). Die Idee dahinter: Verlage lassen ihre lieferbaren Bücher einscannen und stellen Libreka – die Vorgängerversion lief unter dem Namen »Volltextsuche Online« (VTO) – die Daten zur Verfügung. Interessierte können dann online im Volltext dieser Bücher nach Informationen suchen. Welche Teile des Buches dabei tatsächlich sichtbar werden, bestimmt der Verlag. Zum Start des Projekts hatten rund 300 Verlage insgesamt 8.000 Titel angemeldet. Ein eher bescheidenes Angebot im Vergleich zu Google Book Search, wo inzwischen über eine Million Titel von etwa 10.000 Verlagen recherchierbar sind.

»Vademecum Antiquariat«

Frankfurt am Main. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat ein »Vademecum Antiquariat 2008« herausgegeben. Es enthält die rund 470 Anschriften der Mitgliedsfirmen der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein, des Verbands Deutscher Antiquare und der Genossenschaft der Internet-Antiquare (GIAQ). Genannt werden neben den Anschriften und Internet-Adressen auch die Spezialgebiete der verzeichneten Firmen. Einzelexemplarbestellungen werden kostenlos ausgeführt, solange der Vorrat reicht. Kontakt: Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V., Großer Hirschgraben 17–21, 60311 Frankfurt am Main, antiquariat@mvb-online.de.

Studie zu Kinderbüchern

Frankfurt am Main. Sind Kinder und Jugendliche ihrem Alter voraus – und damit empfohlene Altersangaben bei Büchern unnötig, wenn bis zu einem Drittel der Zielgruppe sie ohnehin ignoriert und lieber Bücher für Ältere liest? Werden Großeltern, die wachsende Generation der »neuen Alten«, die Hauptkäufer der Zukunft sein? Sollte man sich auf die Klassiker verlassen oder auch das Lebensgefühl der Jugendlichen einbeziehen? Diese Fragen wirft die repräsentative Grundlagenstudie »Kinder- und Jugendbücher: Marktpotenzial, Käuferstrukturen und Präferenzen unterschiedlicher Lebenswelten« auf, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels initiiert hat. Die Studie untersucht unter anderem, wer wo welche Kinderbücher zu welchem Zweck kauft und welche Orientierungshilfen bei der Auswahl genutzt werden. Diese auch für Bibliothekare interessanten Daten stehen als Download unter www.boersenverein.de.

Virtuelle Normdatei

Frankfurt am Main. Die Deutsche Nationalbibliothek, die Bibliothèque nationale de France, die Library of Congress und das Online Computer Library Center (OCLC) sind übereingekommen, gemeinsam den »Virtual International Authority File« (VIAF), eine Virtuelle Internationale Normdatei, aufzubauen und fortzuentwickeln. Die einzelnen Normdateien sollen im VIAF virtuell zu einem gemeinsamen Normdaten-Service integriert werden, der den Zugang zu den Namen aller einbezogenen Normdateien bietet. Die Vereinbarung baut auf einem vorausgegangenen Forschungsprojekt auf, in dem die Deutsche Nationalbibliothek gemeinsam mit der Library of Congress und OCLC durch die Zusammenführung ihrer Personennamendateien nachgewiesen haben, dass der Aufbau eines Virtual International Authority File auch unter den Bedingungen großer Datenbestände machbar ist. Mit der neuen Kooperationsvereinbarung stößt die Bibliothèque nationale de France hinzu, und der VIAF wird um die französischen Normdaten erweitert. Langfristig zielt das VIAF-Projekt darauf ab, die Normdateien möglichst vieler Bibliotheken zu einem globalen VIAF-Service zu integrieren, der für die Nutzer im Web weltweit frei zugänglich ist.

»Schreibzeit« für Kinder

Gerlingen. Der Arbeitskreis Lesen der Stadt Gerlingen hat Anfang 2007 das Projekt »Schreibzeit« ins Leben gerufen. Von Februar bis April konnten Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren ihre selbst geschriebenen Erzählungen und Gedichte in der Stadtbücherei Gerlingen abgeben. Der Ansturm war groß: 72 Nachwuchsautoren haben sich beteiligt. Die Werke sind inzwischen in einem Buch veröffentlicht. Ausgewählte Texte stehen im Internet unter www.stadtbuecherei.gerlingen.de.

Open Access

Göttingen. Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) hat mit Unterstützung der Universität Göttingen das Pilotprojekt »Open Access mit Springer Open Choice« gestartet. Die Vereinbarung mit dem Wissenschaftsverlag Springer wurde bereits im vergangenen September geschlossen. Inzwischen werden alle zur Publikation angenommenen Artikel von Erstautoren (»corresponding authors«) der Georg-August-Universität automatisch über Springer Open Choice publiziert. Ein solcher Zugang ermöglicht es Forschenden, Lehrenden und Studierenden weltweit, kostenfrei auf wichtige wissenschaftliche Informationen zuzugreifen, und erhöht zugleich die weltweite Sichtbarkeit der Göttinger Forschungsergebnisse.

Handbuch zur Langzeitarchivierung

Göttingen. Das Handbuch »Kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung«, herausgegeben von nestor, dem Deutschen Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung, sammelt und strukturiert das derzeit vorhandene Wissen über die vielfältige und komplexe Materie. In einer Vielzahl von Aufsätzen stellen Experten die unterschiedlichen technischen und rechtlichen Aspekte des Themas dar und vermitteln auf diese Weise ein Bild von Langzeitarchivierung, welches von den Grundsätzen bis hin zu digitalen Erhaltungsstrategien in unterschiedlichen Anwendungsfeldern reicht. Das Handbuch bietet nestor allen interessierten Institutionen und Einrichtungen kostenfrei zum Download an. Es ist ein »living document«, dessen Inhalt und Umfang stetig aktualisiert werden wird, es steht unter http://nestor.sub.uni-goettingen.de/handbuch/nestor-Handbuch_01.pdf im Netz.

Promis lesen vor

Hamburg. Am bundesweiten Vorlesetag der Wochenzeitung »Die Zeit« und der Stiftung Lesen, der am 23. November des vergangenen Jahres zum vierten Mal stattfand, haben sich mehr als 7.000 Vorleser, darunter 632 Politiker und Prominente, beteiligt. Mehr als 200.000 Kindern und Jugendlichen wurde an jenem Tag vorgelesen, in Kindergärten, Schulen, Bibliotheken und Kinderheimen. Das waren rund dreimal so viele wie im Jahr 2006. Für den Vorlesetag konnten unter anderem gewonnen werden: Manuel Andrack, Ralf Bauer, Marco Bode, Tom Buhrow, Olli Dittrich, Ulrike Folkerts, Sigmar Gabriel, Jette Joop, Franz Josef Jung, Sarah Kuttner, Sandra Maischberger, Harald Martenstein, Ulrich Matthes, Franz Müntefering, Thomas Ohrner, Rezzo Schlauch, Marietta Slomka und Wolfgang Tiefensee.

Ausgewählter Ort

Hamburg. Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) ist »Ausgewählter Ort im Land der Ideen«. Damit ist sie Teil der Veranstaltungsreihe »365 Orte im Land der Ideen«, die gemeinsam von der Standort-initiative »Deutschland – Land der Ideen« und der Deutschen Bank durchgeführt wird. Aus Anlass der Preisverleihung veranstaltet die ZBW am 23. April einen »Abend der offenen Tür« an ihren beiden Standorten an der Kieler Förde und der Binnenalster in Hamburg.

Büchern Pate stehen

Hamburg. Die Staats- und Universitätsbibliothek hütet ein bedeutendes Kulturerbe: historische Bücher und Zeitschriften, Handschriften und Nachlässe, Autographen, Karten und Musikalien. Dieser große Schatz muss gepflegt werden. Unter dem Motto »Edlen Büchern Pate stehen« hat die Bibliothek zu diesem Zweck eine Aktion Buchpatenschaften ins Leben gerufen. Damit will sie Hamburger Bürgerinnen und Bürger motivieren, Buchpatenschaften für ein ausgewähltes Werk zu übernehmen. Bei der Auftaktveranstaltung im November des vergangenen Jahres konnten Interessierte im Rahmen einer Auktion Buchpate werden.

Lindgren-Ausstellung

Hamburg. Noch bis zum 27. Januar ist in der Staats- und Universitätsbibliothek die Ausstellung »Astrid Lindgren zum 100.« zu sehen. Vor hundert Jahren, am 14. November 1907 geboren, wurde Lindgren zur bekanntesten und erfolgreichsten Kinderliteratur-Autorin der Welt. Seit über 60 Jahren erfährt ihr Werk multimediale und internationale Verbreitung. Jeder scheint sie zu kennen. Und doch verbirgt sich hinter ihren Märchen, Geschichten und Romanen eine nicht leicht zugängliche Persönlichkeit. Mit vier Themen möchte die Ausstellung dem Menschen hinter der Legende Astrid Lindgren näher kommen: Kindheit und Kinderparadiese, die schwierige Mutterrolle in Leben und Werk, die Autorin als Medienmanagerin und schwedischer Kulturexport für das Nachkriegs-Hamburg 1949. Weitere Informationen zur Ausstellung unter: www.sub.uni-hamburg.de/blog/?p=764.

Integrierte Recherche

Hannover. Unter www.goportis.de stellen die drei Deutschen Zentralen Fachbibliotheken (ZFB), zu denen die Technische Informationsbibliothek (TIB), die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) sowie die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) gehören, seit Dezember 2007 eine integrierte Recherche in den umfassenden Beständen der drei Bibliotheken bereit. Ergänzt wird dieser Service durch die Fachportale GetInfo, MedPilot und EconBiz mit weiteren fachspezifischen Datenbanken. Ab März 2008 will Goportis darüber hinaus einen gemeinsamen Bestell- und Lieferdienst für wissenschaftliche Volltexte zur Verfügung stellen – alles aus einer Hand.

Vascoda ausgebaut

Hannover. Das Wissenschaftsportal Vascoda (www.vascoda.de) hat bereits im November 2007 seinen Internetauftritt überarbeitet und bietet seither einen verbesserten Zugang sowie ein erweitertes Informationsangebot an. Die Suchmaschine hat ausschließlich wissenschaftliche Inhalte im Visier. Laut Angaben der Betreiber durchforstet sie über 100 Millionen Datensätze aus über 100 Datenbanken unterschiedlicher Anbieter. Insgesamt beteiligen sich mittlerweile mehr als 40 Einrichtungen am Aufbau und an der Weiterentwicklung des Wissenschaftsportals, das gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit einem inzwischen zweistelligen Millionenbetrag gefördert wurde.

Neuer Direktor

Leipzig. Michael Fernau wird neuer Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Der Verwaltungsrat der Deutschen Nationalbibliothek hat beschlossen, ihn dem Bundespräsidenten zur Ernennung vorzuschlagen. Der 52-jährige Jurist leitet seit sechs Jahren die Zentralverwaltung der Deutschen Nationalbibliothek und wird Anfang 2008 die neue Aufgabe übernehmen. Fernau wird damit einer der beiden ständigen Vertreter der Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, Elisabeth Niggemann. Fernau folgt Birgit Schneider nach, die im Sommer 2007 plötzlich und unerwartet gestorben ist. Zu den Schwerpunkten der künftigen Arbeit Fernaus wird neben der Leitung des Hauses mit seinen 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Betreuung der Bauaktivitäten für den 4. Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gehören.

Sprung auf Shortlist

London (Großbritannien). Für den Sieg reichte es leider nicht, aber immerhin landete das Deutsche Kompetenznetzwerk nestor mit seiner Arbeitsgruppe »Vertrauenswürdige Archive – Zertifizierung«, vertreten durch die Bayerische Staatsbibliothek und die Humboldt-Universität zu Berlin, beim diesjährigen »Conservation Award« in der Disziplin der Digitalen Langzeitarchivierung auf der Shortlist der fünf besten Kandidaten. In diesem internationalen, von Sir Paul McCartney unterstützten Wettbewerb werden alle zwei Jahre Arbeiten ausgezeichnet, die sich um die dauerhafte Bewahrung des Kulturguts verdient gemacht haben. Der erste Preis ging an das National Archives of the UK.

SSG übernommen

München. Ab 2008 übernimmt die Bayerische Staatsbibliothek das Sondersammelgebiet »Informations-, Buch- und Bibliothekswesen« (SSG 24.1). Gleichzeitig hat die Bibliothek den Auftrag zum weiteren Ausbau der entsprechenden Virtuellen Fachbibliothek »b2i« erhalten. Das Sondersammelgebiet wurde bereits 1949 an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen eingerichtet und dort bis Ende 2007 betreut.

Massendigitalisierung

München. Die Bayerische Staatsbibliothek hat das erste durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderte Massendigitalisierungsprojekt gestartet. In zwei Jahren sollen fast 37.000 deutschsprachige Druckwerke mit über 7,5 Millionen Seiten aus der Zeit von 1518 bis 1600 digitalisiert und frei zugänglich durch das Münchener Digitalisierungszentrum im Internet bereitgestellt werden. Dabei kommen erstmals völlig neu entwickelte Scan-Roboter zum Einsatz. Die Bayerische Staatsbibliothek leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bereitstellung des kulturellen Erbes des 16. Jahrhunderts und zum Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek.

Telefonierende Affen

München. Telefonierende Affen, Piratenmäuse und tropische Inseln: Wer kennt sie nicht, die Plakatmotive von Günter Mattei? Sie gehören zu München wie Mattei zum Münchner Jugendtheater SchauBurg. Seit Jahren arbeitet der freie Illustrator für das Münchner Jugendtheater, entwirft Drucksachen und Theaterplakate. In einer Ausstellung der Internationalen Jugendbibliothek wird noch bis Ende Januar am Beispiel von 22 Produktionen aus den Jahren 1990 bis 2007 gezeigt, wie ein Theaterplakat entsteht. Dabei wird die Vor- und Entstehungsgeschichte der Plakate, insbesondere zu kinderliterarischen Produktionen, in Form künstlerisch-spielerischer Werkstattberichte erzählt. Autobiografische Notizen, Skizzen, Fotos und Bühnenbild- und Kostümentwürfe, die dem Künstler als Anregung dienten, zeigen den Werdegang eines Plakats vom ersten Entwurf bis zum fertigen Originalplakat. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr und samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Eingewanderte Wörter

München. Ob morgens beim Kaffee, bei der Arbeit am Laptop oder abends im Fitness-Studio – täglich nutzen wir Wörter, die aus anderen Sprachen ins Deutsche »eingewandert« sind. Das Goethe-Institut und der Deutsche Sprachrat suchen in einer internationalen Ausschreibung nun nach dem besten Wort mit »Migrationshintergrund«. Eine Jury, unter anderen mit Anne Will und Loriot, prämiert die »besten Wörter« und die schönsten Begründungen. Einsendeschluss ist der 29. Februar. Dem Hauptgewinner winkt eine Studienreise für zwei Personen in das Ursprungsland des eingewanderten Wortes. Die besten Einsendungen der Ausschreibung veröffentlicht der Hueber-Verlag im Anschluss in einem Buch mit dem Titel »Eingewanderte Wörter«. Jeder Teilnehmer, dessen Beitrag ins Buch aufgenommen wird, erhält ein Geschenkexemplar. Weitere Informationen unter: www.das-beste-eingewanderte-wort.de.

Adventskalender

Neustadt/Weinstraße. Der unter Federführung des Landesbibliothekszentrums erstellte Adventskalender hat in über 1.800 Schulklassen in Rheinland-Pfalz großen Anklang gefunden. Für die Adventszeit 2007 erhielten Kinder der 3. und 4. Klassenstufen einen literarischen Adventskalender der besonderen Art: In roten Umschlägen gabes für jeden Schultag bis Weihnachten »Dezembergeschichten« zum Vorlesen. Mit den von der Arbeitsgruppe »Lesespaß aus der Bücherei« zusammengestellten Geschichten und zusätzlichen Rätseln und Spielen wurde die Vorweihnachtszeit zu einem Leseabenteuer. Insgesamt wurden mit dem Kooperationsprojekt von Bibliotheken und Schulen landesweit 40.000 Kinder erreicht. Jeden Tag wurde jeweils eine Dezembergeschichte vor der ganzen Klasse vorgelesen. Anschließend gab es Aufgaben und Rätsel, die die Kinder einzeln oder in kleinen Gruppen lösen konnten.

Kooperation mit Schulen

Rendsburg. Erstmals einen landesweiten Überblick über die Zusammenarbeit von Bibliotheken und Schulen gibt es jetzt in Schleswig-Holstein. In einer Umfrage unter allen Bibliotheken des Landes hat die Arbeitsstelle Bibliothek und Schule des Büchereivereins Schleswig-Holstein e.V. den Stand der Kooperation untersucht. Hinderungsgründe und Best Practice Beispiele werden ebenso dargestellt wie die Vielfalt der verschiedenen Formen der Zusammenarbeit. Die Auswertung dieser Umfrage steht jetzt, neben den anderen Arbeitshilfen der Arbeitsstelle, im Internet zum Download zur Verfügung: www.bz-sh.de/schule/absmat.php.

Bibliothek runderneuert

Reutlingen. Über helle, freundliche Räume, einen besseren Service und eine deutlich schnellere Abwicklung der Ausleihen können sich die Besucher und Mitarbeiter der Stadtbibliothek freuen. Nach 22 Jahren intensivster Nutzung – jährlich verzeichnet die Stadtbibliothek über 500.000 Besucher – standen Mitte vergangenen Jahres die ersten größeren Renovierungsarbeiten an. Gleichzeitig wurde die Medienverbuchung auf RFID umgestellt. Die Stadt Reutlingen machte für die Baumaßnahmen 650.000 Euro und für die Umstellung auf RFID 466.000 Euro locker. Die Bibliothek verfügt nun über sieben Selbstverbuchungsplätze, inklusive eines Rückgabeautomaten im Außenbereich, sowie über einen modernen, großzügigen Thekenbereich im Erdgeschoss. Während der Bauarbeiten von Mitte Juli bis Ende September war die Bibliothek provisorisch in einem Ausweichquartier betrieben worden.

Checkliste Soziale Software

Reutlingen. Die Kommission für One-Person Librarians des Berufsverbands Information Bibliothek (BIB) hat bereits 2006 etliche »Checklisten« zum Themenbereich Web 2.0 und Bibliothek 2.0 veröffentlicht. Es wurden RSS-Feeds, Wikis und Weblogs jeweils unter den Aspekten Nutzung und Einsatz in Bibliotheken behandelt. Ende vergangenen Jahres ist die Checkliste Nr. 22 zum Thema »Soziale Software nutzen« erschienen, die einen Überblick über die ganze Software-Familie gibt. Zu finden ist das Ganze unter www.bib-info.de/komm/kopl/pub/check22.pdf.

Marketing mit Studenten

Stuttgart. Bereits im Oktober 2007 ist der Startschuss für ein Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule der Medien Stuttgart, Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement, und der GeSIG e.V. (German Serials Interest Group) gefallen. Die Initiatoren des Projekts, Prof. Wolfgang Ratzek und der Vorsitzende der GeSIG e.V., Werner Stephan, leitender Direktor der Universitätsbibliothek Stuttgart, entwickelten in mehreren Treffen die Rahmenbedienungen für die Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt steht der Marketing-Auftritt des Forums Zeitschriften, der nun von Studenten überarbeitet, optimiert und somit benutzerfreundlicher konzipiert werden soll. Das Forum Zeitschriften GeSIG e.V. (www.gesig.org) ist der Runde Tisch der Fachinformation. Der Verein bietet allen am Informationsprozess Beteiligten aus Bibliotheken, Verlagen und Agenturen eine kommunikative Plattform in Bezug auf den Zeitschriftenmarkt.

Gaststudenten erwünscht

Stuttgart. Der Masterstudiengang »Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information« an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste öffnet auch zum Wintersemester 2007/8 wieder einen großen Teil seiner Lehrveranstaltungen für Gaststudenten als Gelegenheit zur beruflichen Weiterbildung. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Berufstätige und Personen mit beschränktem Zeitkontingent, denen ein Vollzeitstudium nicht möglich ist. Eine Übersicht über die Veranstaltungen und Termine findet sich auf www.mediaconservation.abk-stuttgart.de/index-Dateien/ D_Curr.htm. Weitere Informationen zum Studiengang sind erhältlich über www.mediaconservation.org. Nächster Bewerbungsschluss für den Masterstudiengang ist der 15. Januar.

Mobile Netzoffensive

Washington (USA). Die Entwicklung mobiler Web-Geschäftsmodelle in Industrieländern geht nur schleppend voran. Deshalb will eine Industrieinitiative neue Ideen in Schwellenländern entwickeln und erproben. Als Parade-Partner der mobilen Netzoffensive wurde die Library of Congress (LoC) gewonnen. Dort lautete der Kommentar: Nachdem bereits 111 Millionen Nutzer online auf LoC-Inhalte zugreifen würden, wolle man sicherstellen, dass auch alle mobilen Internet-Nutzer rund um den Globus Zugang erhielten. Dass sich dem mobilen Netz gerade in Schwellenländern die größten Entwicklungsmöglichkeiten bieten, hat seinen Grund: Die mobile Vernetzung stellt dort wegen mangelhaft ausgebauter Festnetzinfrastruktur meist die erste Vernetzung überhaupt dar.

Naturprojekt ausgezeichnet

Westoverledingen. Das von der Gemeindebücherei entwickelte und durchgeführte »Egon-Naturgeschichtenprojekt« (vgl. BuB 9/2007, Seite 651–652) ist als offizielles Projekt der UN-Dekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung« (Infos zur Dekade unter www.bne-portal.de) ausgewählt worden. Die Auszeichnung wurde bei einer Feierstunde Ende November 2007 in Stuttgart an alle bundesweit ausgewählten Projekte überreicht.

Österreich liest

Wien (Österreich). Mehr als 500.000 Besucher auf circa 4.000 Veranstaltungen hat das größte Literaturfestival Österreichs in der Woche vom 15. bis zum 21. Oktober 2007 angelockt. Die Aktion wurde vom Büchereiverband Österreichs initiiert und vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und den Ländern gefördert. Zum zweiten Mal setzten die Bibliotheken mit tausend Veranstaltungen ein deutliches Signal für das Lesen. Von den Gemeinde- und Pfarrbibliotheken über Schul-, Stadt-, Landes- und Universitätsbibliotheken bis hin zur Österreichischen Nationalbibliothek beteiligten sich Einrichtungen aus dem ganzen Land und luden zum Dialog über das Lesen und die Literatur ein. Näheres dazu unter: www.oesterreichliest.at.

IFLA-Präsidentin bei BOBCATSSS

Zadar (Kroatien). Experten und Studierende aus vielen Ländern Europas und von fast allen anderen Kontinenten haben ihre Teilnahme am BOBCATSSS-Symposium vom 28. bis 30. Januar in Zadar zugesagt. Die IFLA-Präsidentin und Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Prof. Claudia Lux, wird neben Prof. Ana Marusic, Herausgeberin des Croatian Medical Journal, die Auftaktrede halten. Auf der dreitägigen Veranstaltung werden zahlreiche Vorträge, Workshops, Poster und ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Die Veranstalter erwarten mehr als 400 Teilnehmer, die sich über den Stand der wissenschaftlichen Auseinandersetzung sowie über Praxismodelle im Bereich der technischen, sozialen, kulturellen, rechtlichen und ökonomischen Bibliotheks- und Informationswissenschaft austauschen und neue Kooperationen eingehen möchten. Weitere Informationen gibt es unter www.bobcatsss2008.org.

 

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3/2008:
18. Januar

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06. Februar

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