Teuerstes Buch der Welt
Berlin. Anfang Dezember 2010 ist vom Auktionshaus Sotheby in London ein Exemplar des teuersten Buches der Welt für umgerechnet 8,6 Millionen Euro versteigert worden: »The Birds of America; from Original Drawings«, geschaffen von John James Audubon (1785 bis 1851). Von 1827 bis 1838 porträtierte und dokumentierte Audubon in bestechender Detailgenauigkeit die amerikanische Vogelwelt. In einem aufwendigen und teuren Verfahren wurden seine Zeichnungen in Schottland im doppelten Folioformat auf 435 Tafeln gedruckt und zu 87 Lieferungen zusammengefasst. Die Lieferungen 1 bis 14 mit 70 Tafeln sind auch im Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin. Aus diesem besonderen Schatz der Bibliothek stellte der DuMont Verlag für seine Reihe »Kostbare Buchillustrationen aus der Staatsbibliothek zu Berlin – DuMonts Zoologisches Kabinett« den Wandkalender 2011 zusammen, der im Buchhandel und am Verkaufsstand der Staatsbibliothek, Haus Potsdamer Straße 33, erhältlich ist.
Drei Filialen bedroht
Bonn. Die Stadt Bonn hat die Schließung von drei Stadtteilbibliotheken in Endenich, Dottendorf und Beuel geprüft. Das berichtete der »Bonner Generalanzeiger« am 15. Dezember 2010. Die Stadt möchte dadurch bis zum Jahr 2015 rund 700.000 Euro einsparen, in erster Linie Betriebs- und Sachkosten, weil Personal nicht entlassen werden soll.
Nutzen wissenschaftlicher Bibliotheken belegt
Chicago (USA). Der amerikanische Verband ACRL (Association of College and Research Libraries) hat einen Bericht herausgegeben, in dem sowohl quantitative als auch qualitative Informationen wissenschaftlicher Bibliotheken ausgewertet werden, um ihren Nutzen klarer benennen zu können. Der Bericht soll Bibliothekaren an wissenschaftlichen Bibliotheken helfen, in schwierigen Zeiten durch die klare und messbare Darstellung von Wert und Nutzen der Bibliothek auf mehr Verständnis und Unterstützung bei Wissenschaftlern, Vertretern des Bereichs Informationstechnologie, Entscheidungsträgern und Fördereinrichtungen zu treffen. Der Bericht verweist auf bereits bestehende Studien und Materialien zum Thema, stellt Best-Practice-Beispiele dar und gibt Hilfestellung, wie Bibliothekare an ihren Einrichtungen die Vorzüge ihrer Bibliothek besser darstellen können. Weitere Informationen unter: www.acrl.ala.org/value/
Doch noch neue Medien
Duisburg. Freudige Überraschung zum Jahresende: Auf den letzten Drücker hat die Bezirksregierung Düsseldorf doch noch 321.000 Euro für den Medieneinkauf der Stadtbibliothek Duisburg freigegeben. Dies meldete die Online-Ausgabe der »Westdeutschen Zeitung« am 6. Dezember. Ursprünglich war der Einkaufsetat für 2010 komplett gestrichen. Im Jahr 2009 konnte die Stadtbücherei noch über eine halbe Million Euro verfügen, 2008 waren es 900.000 Euro.
Aktualisierung der RAK-Musik-Anlage M9
Frankfurt am Main. Die Deutsche Nationalbibliothek hat auf ihrer Website die Aktualisierung 2010 der RAK-Musik-Anlage M 9 »Maßgebliche Werkverzeichnisse und Zählweise der Werke in Einheitssachtiteln« in elektronischer Form veröffentlicht. Diese Aktualisierung steht unter www.d-nb.de/standardisierung/pdf/rak_musik_m9_2010.pdf kostenfrei zur Verfügung. Neu aufgenommen wurde das Werkverzeichnis für Leopold Mozart. Geändert wurde darüber hinaus die Benennung der Zählung beim Werkverzeichnis für Robert Schumann. Die Aktualisierung 2010 ersetzt jene von 2009. Für die Aktualisierung 2011 nimmt die Arbeitsstelle für Standardisierung Vorschläge gerne entgegen.
Genossenschaft gegründet
Frankfurt am Main. Die Arbeitsgruppe »Mitarbeiter-Buy-Out« im FIZ Technik ist der Rettung des insolventen Informationsanbieters einen Schritt näher gekommen. Am 23. November 2010 wurde ein neues Unternehmen gegründet, mit dem Ziel, das FIZ Technik zu übernehmen und weiterzuführen. Das neue Unternehmen ist eine Genossenschaft. Die Mitarbeiter halten zunächst alle Anteile an der Genossenschaft, wollen sie dann aber auch für Kunden und Nutzer öffnen. Die Genossenschaft trägt den Namen »WTI-Frankfurt eG«. WTI steht für Wissenschaftlich Technisches Informationszentrum. Die Genossenschaft wird jetzt kurzfristig beim Registergericht eingetragen werden.
WIPO erarbeitet Ausnahmeregelungen
Genf (Schweiz). Anfang November 2010 hat die 21. Sitzung der Ständigen Kommission der Weltorganisation für geistiges Eigentum und verwandte Schutzrechte (WIPO/SCCR) in Genf stattgefunden. Während der Schlussveranstaltung vereinbarte die SCCR einen Arbeitsplan für 2011 über Ausnahmen und Einschränkungen des Urheberrechts. Der Plan fördert nicht nur den Vertragsentwurf des Weltverbands der Blinden (WBU) für einen verbesserten Zugang für blinde und sehbehinderte Menschen und Menschen mit sonstigen Leseschwächen, sondern widmet sich in gleichem Maße auch der »Arbeit an einem Textdokument über angemessene Ausnahmen und Einschränkungen« für Bibliotheken und Archive, Bildungs-, Lehr- und Forschungseinrichtungen. Winston Tabb, Vorsitzender des Urheberrechtsauschusses des Weltverbandes der Bibliothekare IFLA, kommentierte: »Dies ist eine einmalige Chance für Bibliotheken und Archive. Um Erfolge garantieren zu können, brauchen wir nun die maßgebliche Unterstützung von Organisationen des Bibliotheks- und Archivbereichs.«
»Digitale Sammlungen« sind verfügbar
Karlsruhe. Mit ihren reichen Hand- und Druckschriftensammlungen leistet die Badische Landesbibliothek einen wertvollen Beitrag zur Pflege der kulturellen Überlieferung der Region. Um dieses Erbe für künftige Generationen zu bewahren, es aber zugleich der Wissenschaft und der literarisch interessierten Öffentlichkeit weltweit zur Verfügung zu stellen, hat die Bibliothek am 1. Dezember 2010 ein neues Internetportal gestartet. In den »Digitalen Sammlungen« präsentiert sie eine kontinuierlich wachsende Zahl gescannter Werke aus ihrem Bestand. Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei zum einen die mittelalterlichen und neuzeitlichen Handschriften, zum anderen jene historischen Drucke, die als Quellen zur badischen Geschichte anzusehen sind. Zu den größten Kostbarkeiten gehören die Nibelungenlied-Handschrift C, das Karlsruher Tulpenbuch sowie Luthers Hand- exemplar eines antijüdischen Traktats mit seinen eigenen Randnotizen.
ZBW definiert Forschungssupport
Kiel/Hamburg. Seit der Erfindung des Internets haben sich die Formen wissenschaftlichen Arbeitens enorm geändert. Nur noch knapp ein Fünftel aller Wissenschaftler aus den Wirtschaftswissenschaften gehen vor Ort in Bibliotheken, um sich Bücher zu leihen oder Zeitschriftenaufsätze zu kopieren. Der Rest googelt oder holt sich die benötigten Informationen über seine Facebook-Kontakte, wie Studien der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) zeigen. Beim ganzheitlichen Forschungssupport legt die ZBW deshalb künftig besonderes Augenmerk auf elektronisches Publizieren per Open Access, Forschungsprimärdaten, Forschungsevaluierung und virtuelle Forschungsumgebungen. Dazu baut die ZBW ihre angewandte Forschung aus in den Bereichen Medieninformatik und Informationswissenschaften. Forschungsschwerpunkte sind Web 2.0, Semantische Technologien, Future Internet, Visual Analytics und Open Innovation. Datenblatt 2009 Köln. Das Datenblatt 2009 mit den wichtigsten Zahlen über Bibliotheken in Deutschland ist erschienen – erstmals mit Daten der wissenschaftlichen Spezialbibliotheken. Grundlage der Übersicht ist die Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS). Die DBS fällt in den Aufgabenbereich des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (knb). Die technische und redaktionelle Betreuung wird durch das Hochschulbibliothekszentrum Nordrhein-Westfalen (hbz) geleistet. Dort ist auch das Datenblatt zu beziehen. Weitere Kennzahlen zu deutschen Bibliotheken gibt es in der DBS unter www.bibliotheksstatistik.de.
Forschungsdaten verlässlich auffindbar
Mannheim/Kiel. Qualitativ hochwertige Datensätze aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften können jetzt leichter aufgefunden werden. Dafür sorgt da|ra, die unabhängige Datenregistrierungsagentur, die neben dem GESIS-Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften auch von der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft betrieben wird. Dort bekommen sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Originaldaten eine ID-Nummer und sind somit langfristig verlässlich zitierbar. Ob Arbeitsmarkt und Beschäftigung oder Armut und Reichtum, es gibt viele Themen, die sowohl in den Sozial- als auch in den Wirtschaftswissenschaften aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Dabei bilden empirische Daten für beide Disziplinen eine wesentliche Grundlage zur Untersuchung dringender sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Fragen. Nun erfolgt die Registrierung dieser Daten in einer gemeinsamen Agentur zur besseren Auffindbarkeit und Zitierbarkeit.
Qualitätssiegel erhalten
Neustadt am Rübenberge. Die Stadtbibliothek hat die Auszeichnung »Bibliothek mit Qualität und Siegel« erhalten. Als bisher einzige Bücherei in der Region Hannover hat sich die Einrichtung einem Zertifizierungsverfahren von Landesregierung und niedersächsischer Bibliothekszentrale unterzogen und dabei Angaben zu Qualitätskriterien gemacht, die von Bestandspflege über Öffnungszeiten bis zu Veranstaltungsangebot und Zusammenarbeit mit Schulen reichen. Das Siegel wird für drei Jahre verliehen, danach ist eine erneute Prüfung notwendig.
Onleihe Rheinland-Pfalz
Neustadt an der Weinstraße. Die neue 24-Stunden-Bibliothek in Rheinland-Pfalz kommt bei den Kunden an: Im Schnitt ist fast ein Drittel des Angebots ständig ausgeliehen. Zum Start Mitte Oktober 2010 standen insgesamt 2.700 E-Books, Hörbücher, Videos und E-Magazine zur Verfügung. Inzwischen wurde das Angebt bereits erweitert. Die Onleihe Rheinland-Pfalz ist ein gemeinsames Zusatzangebot von acht Bibliotheken unter Federführung des Landesbibliothekszentrums. Mit dabei sind die Stadtbibliotheken in Germersheim, Ingelheim Kandel, Pirmasens, Schifferstadt, Trier, Wittlich und Worms.
Spende über 47.000 Euro
Ulm. Die Stadtbibliothek hat Ende November 2010 einen Scheck über 47.000 Euro von der Bibliotheksgesellschaft Ulm erhalten. Das Geld soll verschiedenen Zwecken zugute kommen, allen voran der Verlängerung des Projekts zur Sprach- und Leseförderung, das Kindern im Grundschulalter einen Zugang zum Lesen verschafft. Als zweite große Investition gilt das neue Medienrückgabesystem. Der Rest der Summe fließt in den Erwerb von Hörbüchern in den Stadtteilbibliotheken und in die Publikationen der Stadtbibliothek, wie etwa den Katalog über das »Losbuch des Lorenzo Spirito« von 1482, das Ende vergangenen Jahres als 23. Band in der Reihe »Veröffentlichungen der Stadtbilbiothek Ulm« herausgegeben wurde. Die stattliche Gesamtsumme von 47.000 Euro stammte aus dem Vermächtnis einer ehemaligen Mitarbeiterin der Bibliotheksgesellschaft.
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