Heft 02/2012 >> Editorial

 

 

Schenkaktion der Superlative

Das hat es bisher noch nie gegeben: Zum Welttag des Buches der UNESCO am 23. April verschenkt die Aktion »Lesefreunde« eine Million Bücher in Deutschland. 33.333 Buchfans werden die Gelegenheit haben, je 30 Buch-Exemplare an Menschen ihrer Wahl zu überreichen, denen sie im Alltag begegnen. In Betracht kommen also Freunde, Kollegen, die Kassiererin im Supermarkt, der Nebensitzer in der Stadtbahn… Zur Auswahl steht eine Liste mit 25 abwechslungsreichen Titeln bereit, darunter Jane Austens »Stolz und Vorurteil«, Umberto Ecos »Der Name der Rose« oder Ildikó von Kürthys »Mondscheintarif«. 20 Verlage beteiligen sich an der großzügigen Literaturspende, die Autorinnen und Autoren verzichten auf ihr Honorar.

Die Schenkaktion der Superlative ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung Lesen, des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und deutscher Buchverlage. Besonders erwachsene Menschen, die selten bis gar nicht lesen, sollen beschenkt werden und damit, erklärt Monika Ziller, Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) und Vorstandsmitglied der Stiftung Lesen, zum Lesen animiert werden. Denn Lesen bereichere das Leben, mache Junge geistig fit und halte Alte geistig jung.

Zillers These haben wissenschaftliche Studien bewiesen. Sie besagen: Wer liest, trainiert seine empathischen Fähigkeiten und sein Gehirn. Der Wortschatz wird erweitert, die Allgemeinbildung verbessert, die Fantasie angeregt, die Konzentrationsfähigkeit erhöht, das selbständige Denken gefördert. Lesen hilft beim Abschalten, erhöht die Vorstellungskraft und kann sogar glücklich machen. Dank so mancher schöner Geschichten werden positive Emotionen geweckt, das Herz wird in kalten Wintermonaten erwärmt. Diese Möglichkeiten nutzt jedoch nicht jeder, daran soll die Initiative etwas ändern.

Noch bis zum 20. Februar haben Lesefreunde – mit etwas Glück – die Chance zu denjenigen zu zählen, die vom 16. bis zum 23. April ihre Lesefreude millionenfach teilen dürfen. Sie müssen sich einfach auf der Internetseite unter www.welttag-lesefreunde.de registrieren, 30 Bücher aus der Titelliste sowie ein paar Wochen später ihren bevorzugten Abholort auswählen. Mögliche Abholorte sind Bibliotheken oder Buchhandlungen, die sich hierfür ebenfalls registriert haben. Innerhalb von acht Tagen vor dem Welttag des Buches können die 33.333 Schenker dort ihr Paket in Empfang nehmen, um mit einem Buchpräsent andere Menschen für das Lesen zu begeistern. Wer zuerst online geht, mahlt zuerst, lautet die Devise.

Die dbv-Vorsitzende Monika Ziller hofft, dass durch die Mega-Schenkaktion auch die Bibliotheken ein neues Publikum erschließen, schließlich stehen sie als Abholorte für die Buchpakete zur Verfügung und rücken dadurch in den Blickpunkt derjenigen, die diese Orte sonst nicht aufsuchen. Zum krönenden Abschluss der Aktion organisieren die Initiatoren am 23. April in Hamburg unter dem Motto »Fest der Lesefreunde« eine »Weltnacht des Buches«. Erwartet werden renommierte Autoren, Schauspieler, Künstler, Journalisten, Sportler und Musiker. Doch bis dahin ist es noch eine Weile, also ran an die Tasten und ab zur Online-Registrierung! Werden Sie Teil einer internationalen Bewegung – auch in den USA und Großbritannien wird das Buch mit Verschenk-Aktionen gefeiert.

Elisabeth Weidling (BuB-Redakteurin)

 

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