Zukunft sichern durch Fortbildung
In manchen Berufen ist es bereits heute – trotz hoher Arbeitslosenquote – soweit: Fachkräfte sind Mangelware. Und die demografische Entwicklung wird dafür sorgen, dass sich die Personalsituation in der deutschen Wirtschaft weiter verschärft. Die Erwerbsbevölkerung geht stark zurück, außerdem schrumpft der Pool an qualifizierten Nachwuchskräften. In Zukunft können Unternehmen – und das gilt ebenso für Bibliotheken – nicht mehr davon ausgehen, dass der Fachkräfte- bedarf durch Arbeitsmarkteinsteiger gedeckt werden kann.
Um die Qualifikation der Belegschaft zu sichern und zu erneuern, ist es notwendig, bisher ungenutzte Lern- und Leistungspotenziale zu erschließen, zum Beispiel die älterer Arbeitnehmer, die von Frauen mit Kindern und vor allem auch die von Menschen mit Migrationshintergrund. Anderseits gilt: Der zunehmende Kostendruck treibt den Personalabbau voran – was wiederum die Anforderungen an die verbleibende Belegschaft erhöht.
Durch beide Entwicklungen wird der Bedarf an beruflicher Fort- und Weiterbildung künftig kräftig ansteigen. Welche Chancen sich dabei für Bibliothekare und Fachangestellte für Medien und Informationsdienste (FaMIs) ergeben, zeigen wir im Themenschwerpunkt dieser BuB-Ausgabe ab Seite 528.
Dabei wirft zunächst die Fortbildungsexpertin des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB), Ilona Munique, einen Blick auf die Zukunft der Fortbildungsformate: Präsenzveranstaltung versus virtuelles Lernen. Ihr Fazit: »Virtuelles Lernen ersetzt nicht die persönliche Begegnung und ist kein Lückenbüßer, erweitert jedoch den Lernspielraum.«
Im Weiteren geben wir unter anderem einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten zur Finanzierung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, zeigen die Vorteile des berufsbegleitenden Studierens auf und erläutern nachhaltige Lern- formen für das institutionalisierte lebenslange Lernen in der eigenen Bibliothek.
Die Begriffe Fort- und Weiterbildung haben wir dabei weitgehend synonym verwendet. Es gibt in der Fachliteratur eine Vielzahl von unterschiedlichen Definitionen, die bisweilen recht bemüht erscheinen und nur wenig zur Klärung beitragen. Immerhin zeigt sich eine Tendenz, die unter Fortbildung vor- wiegend die Möglichkeit versteht, Kenntnisse und Fähigkeiten im bisherigen Berufsfeld zu erhalten und zu erweitern. Berufliche Weiterbildung dient hingegen eher dem Ziel, aufbauend auf einer bisherigen Ausbildung neue Qualifikationen zu erwerben, was in der Regel mit einem bestimmten Abschluss oder einer Zertifizierung verbunden ist.
Doch damit genug zur Theorie. Der BuB-Themenschwerpunkt »Fort- und Weiterbildung« beschäftigt sich mit praktischen Aspekten – und wer die Erkenntnisse gleich in die Tat umsetzen möchte, findet ab Seite 520 eine Vielzahl von aktuellen Fortbildungsangeboten.
Bernd Schleh
(BuB-Redakteur)
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