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Was ist unsere Arbeit wert?

Eine ganze Menge, wenn man Politikern glaubt, die wie jene in der Enquete-Kommission »Kultur in Deutschland« des Deutschen Bundestages »Bibliotheken als unverzichtbare Bildungseinrichtungen« bezeichnen.

Wenn es dann aber um die Frage geht, wie diese wichtige Arbeit bezahlt werden soll, dann sieht die Sache ganz anders aus. Nach dem Inkrafttreten der neuen Tarifverträge TVöD und TV-L bestand die berechtigte Hoffnung und Erwartung, dass nun endlich auch die völlig veralteten Tätigkeitsmerkmale, die die Eingruppierung im BAT bestimmt haben, überarbeitet würden: Nicht die explizite Orientierung an Bibliotheksaufgaben der Sechzigerjahre sollte Maßstab für die Bezahlung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren sein, sondern eine Übernahme der allgemeinen im öffentlichen Dienst gültigen Tätigkeitsmerkmale auch für Beschäftigte in Bibliotheken und Archiven. Seit Anfang der Neunzigerjahre liegen diese Forderungen schon auf dem Tisch und wurden sowohl von der Gewerkschaft ver.di wie vom Berufsverband Information Bibliothek (BIB) vertreten!

Nachdem die Verhandlungen über Jahre zwischen den Tarifparteien kaum einen Schritt vorankamen, sollte es im vergangenen November bei den Verhandlungen zu einer Entgeltordnung zum TV-L nun auf einmal ganz schnell gehen: »Redaktionelle Bereinigung« und »Streichung gegenstandslos gewordener Tätigkeitsmerkmale« hießen die Zauberworte für die generelle Überholung der Vergütungsordnung. Keine Rede mehr von einem Verzicht auf die hoffnungslos veralteten Tätigkeitsmerkmale, keine Rede davon, zum Beispiel zur Kenntnis zu nehmen, dass es mittlerweile Bibliothekare mit Bachelor- und Master-Abschluss statt Diplom-Bibliothekare gibt.

Der BIB ist als Berufsverband kein Tarifpartner und sitzt daher auch nicht mit am Verhandlungstisch. Dennoch sind wir sehr bestimmt für unsere Mitglieder aktiv geworden. Wir haben nachdrücklich Stellung bezogen gegen die sich abzeichnenden Festschreibungen der veralteten speziellen Tätigkeitsmerkmale und gegen den Wegfall der Vergütungsgruppen Vc und (in wissenschaftlichen Bibliotheken) IVa.

Wir haben alle uns zur Verfügung stehenden Kanäle genutzt, um Einfluss auf die maßgeblichen Verhandlungspartner zu nehmen. In enger Abstimmung mit dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv) haben wir sie persönlich angeschrieben und sind mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit gegangen.

In der Rubrik »Aus dem Berufsverband« auf Seite 83 in diesem Heft können Sie die BIB-Stellungnahme nachlesen. Auf der BIB-Hompage www.bib-info.de/verband/positionen.html finden Sie außerdem die gemeinsame Presseerklärung von BIB und dbv. Für das nächste Heft sind weitere Hintergrundinformationen geplant. Wir bleiben dran….

Für das neue, noch frische Jahr 2010 wünschen wir im Namen des BIB-Vorstands und des Vereinsausschusses allen BuB-Leserinnen und -lesern beruflich wie privat alles Gute, Gesundheit, Glück und Erfolg!

Susanne Riedel
(BIB-Vorsitzende) und
Prof. Cornelia Vonhof
(BIB-Bundesvorstand und BuB-Herausgeberin)

Redaktion

Redaktionsschluss für
03/2010:
19. Januar

Anzeigenschluss für
03/2010:
4. Februar

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