Dritte Aktionswoche
Berlin. Die bundesweite Aktionswoche »Treffpunkt Bibliothek« findet in diesem Jahr vom 24. bis 31. Oktober statt. Zum dritten Mal sollen damit die Bibliotheken Deutschlands in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden. Alle Bibliotheken sind aufgerufen, sich an dieser Bibliothekskampagne zu beteiligen.
Auszeichnung für Website
Berlin. Ende vergangenen Jahres erhielt die Website der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf eine BIENE in Silber, die höchste Auszeichnung in der Kategorie »Komplexe Informations- und Kommunikationsangebote«. BIENE steht für »Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten«, aber auch für Kommunikation, gemeinsames Handeln und produktives Miteinander. Seit 2003 zeichnen die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen die besten barrierefreien Webseiten in verschiedenen Kategorien aus.
Coverabbildungen weiter möglich
Berlin. Der Gesamtvertrag zu Kataloganreicherungen mit Coverabbildungen zwischen dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und der VG Bild Kunst wurde zunächst bis Ende 2009 geschlossen. Eine Umfrage unter den dbv-Mitgliedern hatte ergeben, dass die Bibliotheken weiter Interesse daran haben. Daher ist der Vertrag vom Dezember 2007 bis Jahresende 2010 unter Beibehaltung aller Konditionen verlängert worden.
Integration fördern
Berlin. Mit der »Aktion zusammen wachsen – Bildungspatenschaften stärken, Integration fördern« hat sich die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration zum Ziel gesetzt, bereits bestehende Patenschaftsprojekte für junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund zu vernetzen und die Gründung weiterer zu unterstützen. Bürgerschaftliches Engagement soll gefördert werden, um die Bildungschancen von Menschen mit Zuwanderungshintergrund zu erhöhen. Das Netzwerk für Bildungs- und Ausbildungspaten ist Teil des Nationalen Integrationsplans und wird aus Mitteln der Bundesregierung finanziert. Die Website enthält viele praktische Tipps, Arbeitshilfen zu Fundraising oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie kostenlose Broschüren zum Download oder Bestellen. Weitere Informationen gibt es unter www.aktion-zusammen-wachsen.de/index.php.
Zwei Deutsche koordinieren IFLA-Nachwuchs
Den Haag (Niederlande). Gleich zwei junge deutsche Fachkräfte haben in der »New Professionals Special Interest Group« der IFLA wichtige Funktionen übernommen. Sebastian Wilke, Student an der Humboldt-Universität in Berlin, ist vorläufiger Leiter der IFLA-Nachwuchsorganisation. Dierk Eichel, Student an der FH Potsdam, wurde zum Informationskoordinator ernannt.
Informationen zum Internet
Düsseldorf. Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen hat in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) zwei Broschüren zum Thema Internet herausgegeben: Der Titel »Informationsqualität im Internet« führt in die wichtigsten Fragen rund um die formale Bewertung von Internetquellen ein und gibt Werkzeuge an die Hand, die es ermöglichen sollen, auch ohne tiefere Fachkenntnisse Rückschlüsse auf die inhaltliche Qualität von Informationen im Internet zu ziehen. Kostenloser Download unter: www.media.nrw.de/imblickpunkt/themen/infoqualitaet/index.php. Der zweite Titel »Wie beurteile ich Informationen im Internet? Tipps und Hinweise für den Unterricht« richtet sich speziell an pädagogische Fachkräfte (www.mekonet.de/t3/in dex.php?id=44&tx_ttnews[tt_news]=590&tx_ttnews[backPid]=85&cHash=dbc59fd9ab)
Kostenfreier Zugang
Frankfurt am Main. Die renommierte FIS-Bildung-Literaturdatenbank ist ab sofort kostenfrei im Internet verfügbar. Die Datenbank enthält über 700.000 Literaturnachweise zu allen Bereichen des Bildungswesens und wird vom Fachinformationssystem (FIS) Bildung erstellt, einem Verbund von fast 30 Dokumentationseinrichtungen. Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), an dem die FIS-Bildung-Literaturdatenbank angesiedelt ist, bringt damit Open Access im Bildungsbereich weiter voran.
Open-Access-Verbundprojekt
Göttingen. Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) koordiniert ein Verbundprojekt zum Aufbau einer elektronischen Forschungsinfrastruktur in der Europäischen Union. Das Vorhaben mit dem Namen OpenAIRE (Open Access Infrastructure for Research in Europe) hat im Dezember vergangenen Jahres seine Arbeit aufgenommen und wird von 38 Projektpartnern innerhalb der Europäischen Union getragen. Die Europäische Kommission fördert das dreijährige Projekt innerhalb ihres Forschungsrahmenprogramms mit rund vier Millionen Euro. Ziel des Projektes ist es, über ein zentrales elektronisches Portal einen öffentlichen und kostenlosen Zugang zu qualitätsgeprüften wissenschaftlichen Artikeln zu ermöglichen. Diese Artikel stammen aus Projekten, die im Rahmen des siebten Forschungsförderprogramms der Europäischen Union unterstützt wurden. Themen sind unter anderem Energie, Umwelt und Gesundheit.
Thüringenportal geplant
Jena. Der Thüringer Bibliotheksverband begrüßt die Ankündigung von Kultusminister Christoph Matschie, der Freistaat werde mit dem Aufbau eines »Thüringenportals« einen eigenen Beitrag zur Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) leisten. »Thüringen«, so die Vorsitzende des Bibliotheksverbandes, Annette Kasper, »hat viele unbekannte Schätze in seinen Bibliotheken. Schön, wenn diese jetzt digitalisiert werden und künftig jeder Bürger von seinem PC darauf zugreifen kann.« Kasper betonte aber auch, dass Digitalisierungen und der Aufbau eines attraktiven Portals nicht umsonst zu haben seien. Der erfreulichen Ankündigung müssten nun konkrete Schritte folgen. Die Thüringer Bibliotheken jedenfalls stünden in den Startlöchern. »Jetzt fehlen nur noch die nötigen Finanzmittel, um die gute Idee mit attraktiven Inhalten zu füllen.«
Neues Open- Access-Portal
Kiel. Der Publikationsoutput der führenden Wirtschaftsforschungseinrichtungen in Europa steht jetzt in dem neuen Open-Access-Portal für die Wirtschaftswissenschaften »Economists Online« unter www.economistsonline.org frei zur Verfügung. Die Plattform »Economists Online« stellt Zeitschriftenartikel, Arbeitspapiere, Konferenzschriften, Monografien und auch ein integriertes Angebot an Forschungsprimärdaten für ÖkonomInnen weltweit bereit. Insgesamt werden mit dem Portal über 25.000 Volltexte sowie die vollständigen Publikationslisten von über 500 WissenschaftlerInnen neu verfügbar gemacht. Durch die Einbindung der umfassenden RePEc-Datenbank bietet das Portal darüber hinaus Zugang zu über 940.000 Titelnachweisen. Unter den insgesamt 22 europäischen Partnereinrichtungen von »Economists Online« ist auch das Institut für Weltwirtschaft in Kiel.
Masterstudiengang startet
Leipzig. An der HTWK Leipzig startet in diesem Frühjahr der neue Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Er richtet sich an Interessierte, die bereits einen ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss (Diplom oder Bachelor) auf dem Gebiet der Bibliotheks- und Informationswissenschaft oder in einem verwandten Studiengang erreicht haben und die in drei Semestern einen zweiten berufsqualifizierenden Abschluss erwerben wollen. Der Studiengang zielt insbesondere darauf, die Leitungs- und Managementkompetenzen zu stärken und zu vertiefen, um die Studierenden auf eine Tätigkeit in herausgehobenen Positionen des Bibliotheks- und Informationswesens vorzubereiten. Die wesentliche Besonderheit im neuen Masterstudiengang – und zugleich ein Novum in der bibliothekarischen Hochschulausbildung in Deutschland – ist die Möglichkeit, neben vertieften Leitungskompetenzen auch eine fachliche Spezialisierung zu erwerben. Dies geschieht durch die mögliche Entscheidung für eine der drei angebotenen Profil-Linien »Bibliothekspädagogik«, »Historische Bestände« oder »Musikbibliotheken«.
Lesesaal für Forschung kommt gut an
München. Am 5. Februar hat in der Bayerischen Staatsbibliothek ein neu eingerichteter Forschungslesesaal speziell für die Geschichtswissenschaften und Bavarica seine Pforten geöffnet. Aufgrund des stark wachsenden Zulaufs durch Studierende aller Fachrichtungen in den letzten Jahren war der Allgemeine Lesesaal mit seinen 550 Arbeitsplätzen immer häufiger überbelegt. Forscher und Wissenschaftler fanden oft keinen angemessenen Arbeitsplatz für ihre Studien und Recherchen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und Spitzenforschung weiterhin optimal unterstützen zu können, wurde ein separater Lesesaal für Forscher und Wissenschaftler eingerichtet. Der neue Forschungslesesaal fasst 62 komfortabel ausgestattete Arbeitsplätze. Auch ein Netzzugang über WLAN für mobile Endgeräte ist gewährleistet. Zugang zum neuen Lesesaal haben Professoren, Akademiemitglieder, wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Habilitanden aller Fachrichtungen, zudem Doktoranden der Geisteswissenschaften, Studierende der Geschichtswissenschaften und alle, die wissenschaftlich mit dem Alten Buch arbeiten.
Zuwachs für Fachbereich
Potsdam. Der Senat der Fachhochschule hat im Januar beschlossen, das Institut für Information und Dokumentation (IID) an den Fachbereich Informationswissenschaften anzubinden. Nach 18 Jahren als Zentrale Einrichtung der FH wird das IID, das ein Nachfolgeinstitut des 1967 gegründeten Lehrinstituts für Dokumentation (LID) ist, als Institut des Fachbereichs Informationswissenschaften fortgeführt. Die vom IID angebotene postgraduale, berufsbegleitende Fortbildung zum staatlich anerkannten Wissenschaftlichen Dokumentar wird auch in der neuen Struktur weitergeführt. Von dem Zusammenschluss werden Synergie-Effekte in Forschung und Lehre sowie ein verbesserter Ressourceneinsatz erwartet.
Kräftige Kürzungen in der Landeshauptstadt
Stuttgart. Auf den Kulturbereich der baden-württembergischen Hauptstadt kommen schwierige Zeiten zu. Der Gemeinderat hat im Doppelhaushalt 2010/11 Einsparungen in Höhe von 5,8 Millionen Euro beschlossen. Davon betroffen sind auch die Bibliotheken: Die Mediothek in Treffpunkt Rothebühlplatz und die Rathausbücherei sollen nach Inbetriebnahme der neuen Zentralbücherei am Hauptbahnhof geschlossen werden. Dadurch entfallen 7,3 Personalstellen, Kürzungen im Sachmittelbereich können noch hinzukommen. Dafür bleibt der zweite Bücherbus der Stadt, der nach Vorstellung der Verwaltung stillgelegt werden sollte, doch weiter in Betrieb.
Führungswechsel in Wernau
Wernau. Elisabeth Stierand, die seit April 2007 die Stadtbücherei Wernau leitete, hat zum 15. Januar die Leitung der Stadtbibliothek Schwäbisch Hall übernommen. Stierand nahm nach einem »Gemeinnützigen Bildungsjahr« in der Mediothek der Stadt Stuttgart das Studium an der dortigen Hochschule der Medien 2003 auf und schloss es im Februar 2008 ab. Nachfolgerin von Stierand ist Petra Behr, die 1992 ihren Abschluss an der FHB Stuttgart machte und anschließend bis 2004 als stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Geislingen/Steige tätig war.
Bibliotheksgesetz für Hessen
Wiesbaden. Bereits am 11. Januar ist in der Landtagsdrucksache 18/1728 der Entwurf eines Hessischen Bibliotheksgesetzes publiziert worden. Das Gesetz war zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht eingebracht. Nach Thüringen und Sachsen-Anhalt ist Hessen damit das dritte Bundesland, das sich zum Erlass eines Bibliotheksgesetzes entschlossen hat. Eine Würdigung des Gesetzes durch den BuB-Kolumnisten und Rechtsexperten Erich W. Steinhauer ist in seinem Blog nachzulesen unter: www.bibliotheksrecht.de/2010/01/14/hessisches-bibliotheksgesetz-7754384/
Anja Flicker neue Leiterin in Würzburg
Würzburg. Die 39-jährige Anja Flicker ist neue Leiterin der Stadtbücherei. Sie hat damit zum 4. Januar die Nachfolge von Hannelore Vogt angetreten, die bereits im vergangenen Jahr die Leitung der Stadtbibliothek Köln übernahm. Flicker schloss 1992 die Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen in Köln ab und wechselte 1993 zur Münchner Stadtbibliothek. Von 1998 bis 2001 war sie dort als stellvertretende Bibliotheksleiterin in der Stadtteilbibliothek Bogenhausen tätig, bevor sie 2001 das Arbeitsfeld wechselte und als Referentin für Wissenschaftsmanagement bei der LHI Leasing GmbH in München einstieg. 2005 ging sie als Teamleiterin Wissenslogistik zur reinisch AG in Karlsruhe. Neben ihrer Arbeit lehrte Flicker an der Donau Universität Krems in Österreich und an der FH Darmstadt.
Online-Plattform für Literalität
Zürich (Schweiz). Der Verein Leseforum Schweiz präsentiert unter www.leseforum.ch eine neue Online-Plattform für Literalität (Lesen, Schreiben, Mediennutzung). Die Website richtet sich an Fachpersonen, die sich in Forschung und Praxis mit Literalität befassen, sowie an eine interessierte Öffentlichkeit. Das Angebot der Website umfasst neben einschlägigen Informationen zu Veranstaltungen, Projekten, Fachliteratur und Weiterbildungen auch eine Datenbank mit derzeit rund 600 frei zugänglichen Fachartikeln. Zudem stellt die Redaktion von leseforum.ch vierteljährlich einen thematischen Schwerpunkt mit Erstveröffentlichungen zusammen. Der erste Fokus ist dem Thema »Förderung von Sprache und Literalität auf der Schuleingangsstufe« gewidmet.
|