Heft 02/2012 >> Nachrichten

 

 

Spitzenstücke für World Digital Library

Berlin. Den Spitzenstücken menschlichen kulturellen Schaffens, die in allen Details in der World Digital Library (WDL) präsentiert sind, hat auch die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz Herausragendes hinzugefügt: 13 Pretiosen aus Berlin sind online zu betrachten, darunter die autographe Partitur des 1734 in Leipzig uraufgeführten Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach. Die von Luther im Jahr 1517 verfassten 95 Thesen fanden in gedruckter Form weite Verbreitung und beförderten die Reformation; nur wenige dieser Drucke sind erhalten, einer davon in Berlin. Gezeigt werden auch eine der detailreichsten Karten von Berlin, gefertigt 1688 anhand eines Kupferstichs, sowie die 1865 erschienene Erstausgabe von Wilhelm Buschs Max und Moritz. Zur WDL (www.wdl.org) tragen 117 Institutionen aus 64 Ländern bei. Organisiert wird dieses Online-Schaufenster des kulturellen Erbes der Menschheit von der Library of Congress (Washington), unterstützt wird es von einem Executive Council mit sieben Beratern, unter ihnen die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, als Vertreterin Deutschlands.

Ausschreibung Publizistenpreis

Berlin. Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) schreibt gemeinsam mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) den Publizistenpreis 2012 der deutschen Bibliotheken (»Helmut-Sontag-Preis«) aus. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro. Der Preis zeichnet Journalisten oder Redaktionsteams aller Medien aus, die ein zeitgemäßes Bild von Bibliotheken, ihrem Umfeld und den sie beeinflussenden Entwicklungen vermitteln. Er wird am 22. Mai im Rahmen der Eröffnung des 101. Bibliothekstages in Hamburg verliehen. Vorschläge können bis zum 29. Februar eingereicht werden. Kontakt: dbv@bibliotheksverband.de – weitere Infos: www.publizistenpreis.de

Adressbuch Humboldts erworben

Berlin. Nur selten noch gelingt es, so persönliche und für die Wissenschaft so überaus wertvolle Dokumente wie das Adressbuch des Forschers Alexander von Humboldt (1769–1859) in öffentlichen Besitz zu nehmen. Der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz ist Ende 2011 dieser Kauf gelungen. Das Humboldt-Adressbuch enthält auf etwas über 200 Seiten eine Dokumentation seiner gesamten Korrespondenz. Die Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wird das Adressbuch wissenschaftlich edieren. Erwartet werden neue Erkenntnisse über Verbindungen, die der Forscher als Wissenschaftler und als Privatperson unterhielt.

Überblick über historischen Buchbestand

Bern (Schweiz). Mit der Präsentation des »Handbuches der historischen Buchbestände in der Schweiz« sind Mitte Dezember 2011 zwölf Jahre sorgfältiger und konsequenter Arbeit feierlich abgeschlossen worden. Das dreibändige Werk beschreibt die unterschiedlichsten Sammlungen an Druckschriften, die seit der Erfindung des Buchdrucks bis 1900 erschienen sind und in Schweizer Archiven und Bibliotheken aufbewahrt werden. Die Schweizer Ausgabe führt die Tradition der Vorgängereditionen fort, die bereits die historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und die deutschsprachigen Bestände von bedeutsamen Bibliotheken im übrigen Europa beschrieben haben. Alle Bände sind im Georg Olms Verlag erschienen.

Europäisches Fernseh-Erbe online

Brüssel (Belgien). Bereits Ende Oktober 2011 wurde das EU-Portal euscreen online geschaltet (www.euscreen.eu). In dem über drei Jahre geförderten EU-Projekt haben 28 Partner aus 19 Ländern dazu beigetragen, ein einzigartiges Schaufenster des europäischen Fernseh-Erbes zu gestalten. EUscreen gibt freien Zugang zu Videos, Texten und Hörproben aus europäischen Rundfunkanstalten und audiovisuellen Archiven. Die Inhalte datieren aus den frühen 1900er-Jahren bis in die Gegenwart. Die Inhalte von EUscreen sind ebenfalls über die Europeana, dem Online-Portal für das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Europas, verfügbar.

Fortbildung zum Informationsassistenten

Frankfurt am Main. Anfang Dezember des vergangenen Jahres ist der »Berufsbegleitende Fortbildungslehrgang Informationsassistent/Informationsassistentin« 2011 der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI) erfolgreich abgeschlossen worden. Alle Teilnehmer konnten nach bestandener Prüfung gemäß den europäischen Zertifizierungsrichtlinien für Informationsfachleute als Informationsassistent beziehungsweise Informationsassistentin zertifiziert werden. Der Kurs umfasst zweimal zwei Wochen mit konzentriertem theoretischen und praktischen Unterricht. Der nächste Lehrgang soll im Herbst 2012 stattfinden. Allgemeine Informationen zu den Inhalten des Lehrgangs gibt es unter www.dgi-info.de/QualiInformationsassistent.aspx

Evangelisches Literaturportal mit neuem Vorsitzenden

Göttingen. Bereits Ende November des vergangenen Jahres hat die Mitgliederversammlung des Evangelischen Literaturportals Bischof Jan Janssen aus Oldenburg zum neuen Vorsitzenden gewählt. Das »Evangelische Literaturportal – Verband für Büchereiarbeit und Leseförderung« ist der Dachverband von 1.000 evangelischen öffentlichen Büchereien in 14 Landeskirchen. Janssen löst Eckhart von Vietinghoff ab, der seit 1995 Vorsitzender war und den Umstrukturierungsprozess des Deutschen Verbandes Evangelischer Büchereien zum Evangelischen Literaturportal begleitet hatte.

Wissenschaftlicher Buchspeicher deutlich vergrößert

Hamburg. Hamburgs klügste Tiefgarage liegt in der Lohbrügger Kirchstraße in Bergedorf. Dort, im Gebäude der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, tief unter der Erde, betreiben die Staats- und Universitätsbibliothek und die Fachbibliotheken der Universität Hamburg seit 2002 eine gemeinsame Speicherbibliothek. Darin archivieren sie Hamburger Bibliotheksgut, das in den Bibliotheken vor Ort seltener benötigt wird, aber für die Forschung unverzichtbar ist. Mit dieser Standortentscheidung hat das Bibliothekssystem Universität Hamburg eine langfristige Lösung für seine räumliche Entlastung gefunden. Bisher konnten bereits rund 32.000 laufende Meter Bücher untergebracht werden. Nachdem im November 2011 der zweite Bauabschnitt im zweiten Untergeschoss fertiggestellt wurde, können in den nächsten Jahren weitere 43.000 Meter belegt werden. Das Fassungsvermögen entspricht etwa zwei Millionen Büchern. Die wissenschaftlichen Bibliotheken Hamburgs haben nun für die nächsten 20 Jahre ausreichend Stellraum zur Verfügung. Mit dem zweiten Bauabschnitt hat die Bauherrin, die Behörde für Wissenschaft und Forschung, 3,2 Millionen Euro im Rahmen des Konjunkturprogrammes investiert.

vascoda e.V. aufgelöst

Hannover. Auf der letzten Mitgliederversammlung des vascoda e.V. am 4. November 2011 haben die Mitglieder einstimmig die Auflösung des Vereins zum Jahresende beschlossen. In der Stellungnahme des Vorstands heißt es: »Unstrittig bleibt wohl für alle Beteiligten, dass die Auflösung des Vereines jetzt ein notwendiger und unvermeidbarer Schritt ist, nachdem es zum einen nicht gelungen war, ein kooperatives und nachhaltiges Finanzierungskonzept für die Dienste und Aufgaben des Vereins zu finden und nachdem insbesondere die förderpolitische Unterstützung fehlte, um den Verein als Infrastrukturbetreiber oder Steuerungsgremium für die Virtuellen Fachbibliotheken und Fachportale im Rahmen der überregionalen Literatur- und Informationsversorgung zu positionieren beziehungsweise zu etablieren. Eine dezidierte noch zu erfolgende Aufarbeitung der ›vascoda-Historie‹ ist in Anbetracht der vielen dabei zu betrachtenden Facetten sicherlich eine Herausforderung, aufgrund der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion des scheinbaren Misserfolgs von vascoda aber notwendig.«

Bilderbuch-Ratgeber

Hilden. Das Autorenehepaar Helga Schwarze und Christian Meyn-Schwarze hat zum sechsten Mal einen Bilderbuch-Ratgeber herausgegeben. Unter dem Titel »Die Bücher für die ganz kleinen Leute« werden 250 Bilder- und Kinderbücher vorgestellt und beurteilt. Außerdem gibt es Tipps fürs Vorlesen. Die Broschüre kostet fünf Euro (zuzüglich Versandgebühr). Weitere Informationen unter www.verlag-fuer-kleine-leute.de

Bibliotheksbrand nach Straßenkämpfen

Kairo (Ägypten). Bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und dem Militär in Kairo ist am 17. Dezember des vergangenen Jahres eine der bedeutendsten Bibliotheken des Landes in Brand gesetzt worden. Augenzeugen berichteten, dass Protestierende versucht hatten, steinewerfende Soldaten mit Molotow-Cocktails zu bekämpfen. Dabei haben sie angeblich die Soldaten verfehlt und das Bibliotheksgebäude des 1798 von Napoleon gegründeten Egyptian Scientific Institute getroffen. Die Bibliothek umfasst mehr als 200.000 Bücher, darunter Originalbände der »Description de L’Egypte« – das wohl fast vollständig verbrannt ist. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, war bei Redaktionsschluss noch nicht genau bekannt; es sollen jedoch zahlreiche wertvolle Manuskripte und Bücher verbrannt sein. Die Feuerwehr erreichte das brennende Gebäude offenbar sehr spät und hatte zunächst Schwierigkeiten, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Klaus Haller verstorben

Karlsfeld. Der Bibliothekar Klaus Haller ist Ende vergangenen Jahres verstorben. Haller war viele Jahre lang in der Bayerischen Bibliotheksschule, teilweise als deren Leiter, tätig. Später war er Leiter der Katalogabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek und viele Jahre Leiter der Kommission für Alphabetische Katalogisierung des DBI. Durch Erarbeitung von Unterrichtsmaterial für die Aneignung der neuen RAK noch vor deren Erscheinen hat er sich bleibende Verdienste für die alphabetische Katalogisierung in Deutschland erworben. Er war auch der erste Redakteur eines Sonderregelwerkes, nämlich der RAK-Musik. Haller verfasste Lehrbücher – darunter das Standardwerk »Regeln zur Alphatischen Katalogisierung« –, dozierte und war auch im Ruhestand der Staatsbibliothek ehrenamtlich verbunden. Neben den Bibliotheken galt seine große Liebe der Musik: Er war Kirchenmusiker, Chorleiter, Komponist und Regisseur.

Historische Adressbücher digitalisiert

Karlsruhe. 1818 wurde unter dem Titel »Wegweiser für die Großherzogliche Residenzstadt Karlsruhe« im Verlag Gottlieb Braun das erste Adressbuch für Karlsruhe herausgegeben. Bis in die Gegenwart hinein erscheint seitdem dieses Nachschlagewerk. Die Badische Landesbibliothek hat in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv nun 108 Bände, die zwischen 1818 und 1949 erschienen sind, digitalisiert und ins Netz gestellt (http://digital.blb-karlsruhe.de/). Auf insgesamt 54.000 Seiten stehen die Informationen dieser Quelle nun allen Interessenten, die sich mit der Karlsruher Stadtgeschichte befassen, im Internet zur Verfügung.

Erhöhte Sichtbarkeit für Publikationen

Kiel/Hamburg. Der Open-Access-Publikationsserver EconStor, ein Angebot der ZBW – Leibniz-Informationszentrum-Wirtschaft, ist im November 2011 in die Gruppe der 20 weltweit wichtigsten Archive des RePEc-Netzwerks aufgestiegen. RePEc (Research Papers in Economics) ist die bedeutendste Datenbank für wirtschaftswissenschaftliche Publikationen und verfügt über mehr als eine Million Titel – viele davon Open Access. Der Open-Access-Publikationsserver EconStor der ZBW organisiert als nationale Service-Einrichtung für RePEc den Publikationsnachweis für fast 100 deutsche Institutionen und berät die Einrichtungen und ihre Forschenden zudem bei der optimalen RePEc-Nutzung. Der Service ist kostenfrei und beinhaltet neben der Verfügbarmachung der Publikationen auch die Aufbereitung der Titeldaten.

Großes Interesse an Semantic-Web

Kiel/Hamburg. Bereits zum dritten Mal haben die ZBW– Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) die Konferenz SWIB – Semantic Web in Bibliotheken veranstaltet. Diesmal mit einem Teilnehmerrekord: Mit mehr als 160 Konferenzbesuchern aus 9 Ländern und bis zu 120 Zusehern via Live-Stream brachte die SWIB zwei Communities zusammen, die sich gut ergänzen, die Semantic Web Comunity und die Bibliothekswelt. Den Fokus am ersten Konferenztag bildeten Linked-Data-Infrastrukturen. Der zweite Tag war der Wissenschaftskommunikation im Web of Data und den Herausforderungen, die sich für Bibliotheken daraus ergeben, gewidmet. Im Vorfeld der beiden Konferenztage fanden zudem anwendungsorientierte Workshops statt, die Neueinsteigern eine Einführung in Linked Open Data boten. Weitere Informationen zur SWIB11 gibt es unter http://swib.org/swib11/.

Deutschlands größtes virtuelles Archiv

Köln. Als am 3. März 2009 zigtausend Originale des Stadtarchivs Köln quasi im Erdboden verschwanden, ahnte niemand von der Chance, die sich aus dieser kulturellen Tragödie ergeben würde: Dort entsteht nun Deutschlands größtes virtuelles Archiv mit 7,5 Millionen Abbildungen, das rund um den Globus zugänglich ist und kontinuierlich anwachsen wird. Unter anderen unterstützte der Dienstleister ALPHA COM das Vorhaben, indem er circa 7?500 Mikrofilme mit den wichtigsten Archivalien digitalisierte. Die Konvertierung endete Anfang Dezember und erreichte ein Datenvolumen von 30 Terabyte. Etwa 6 Millionen Abbildungen im Format PDF/A liegen bereits auf sicheren Servern der Stadt Köln und warten auf die wissenschaftliche Aufbereitung. Inzwischen stehen auch rund 500.000 Einträge im »Digitalen Lesesaal« unter www.historischesarchivkoeln.de. Bis das gesamte Material online abrufbar ist, wird es noch dauern.

Suche mit KonSearch

Konstanz. Seit Ende vergangenen Jahres gibt es auf der Startseite der Universität Konstanz einen Suchbalken, über den man direkt in der Literatursuchmaschine KonSearch recherchieren kann. Wer Bücher, E-Books oder wissenschaftliche Artikel sucht, kann dies in KonSearch tun. Mit dieser neuen Suchmaschine hat die Bibliothek der Universität Konstanz Neuland betreten: Mit ihr hat sich der Suchraum, in dem an der Universität Konstanz Literatur recherchiert werden kann, auf rund 115 Millionen Titel erhöht. KonSearch funktioniert wie Google oder Amazon: Ob gedruckte Bücher, E-Books, Aufsätze oder sonstige Medien – was früher in verschiedenen Datenbanken zusammengesucht werden musste, ist jetzt alles unter einer einzigen Suchoberfläche zu finden. Die UB Konstanz hat die Suchmaschine als erste deutsche Institution in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Firma Serials Solutions für den deutschen Informationsmarkt weiterentwickelt.

Buch über Solidaritätsprojekt

Managua (Nicaragua). Seit 25 Jahren rollt der Bücherbus »Bertolt Brecht« über die Straßen Nicaraguas. Finanziert wird das deutsch-nicaraguanische Solidaritätsprojekt ausschließlich mit Spenden. Hinzu kamen im Laufe der Zeit außerdem eine Buchbindewerkstatt sowie eine Bibliothek. Treibende Kraft des ehrenamtlichen Engagements ist bis heute die Bibliothekarin Elisabeth Zilz. Ausführliche Informationen über die außergewöhnliche Zusammenarbeit bietet das Buch »Ein Solidaritätsprojekt in Nicaragua«. Es erschien im »Archiv der Jugendkulturen Verlag«, Berlin, und kann für zwölf Euro dort oder beim Verein »pan y arte« (www.panyarte.org), der das Projekt inzwischen trägt, bestellt werden.

Auch am Wochenende geöffnet

Mönchengladbach. Anfang Dezember 2011 ist die »Interkulturelle Familienbibliothek« im Stadtteil Rheydt mit einem besonderen Konzept eröffnet worden: Auch an den Wochenenden können dort von 14 bis 18 Uhr Bücher ausgeliehen und Zeitungen gelesen werden. Ziel ist es, Menschen zu erreichen, die nicht regelmäßig die Stadtbibliothek nutzen. Die Zweigstelle soll ein Ort der Begegnung werden, an dem sich gerade auch Menschen mit Migrationshintergrund treffen können. So gibt es zu Beispiel immer samstags um 12 Uhr Führungen in türkischer Sprache.

Ungewöhnliche Kunstaktion

Mönchengladbach. Mit einer ungewöhnlichen Kunstaktion wurde im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten auf die unbefriedigende Situation der Stadtbibliothek aufmerksam gemacht. An mehreren Orten in der Mönchengladbacher Innenstadt lagen Bücher, durch die eine dicke Schraube gebohrt war. Vaago Weiland erklärte seine Kunstaktion gegenüber der »Westdeutschen Zeitung«: »So wie der Zugang zum Lesen dieser Bücher erschwert ist, so ist in der jetzigen Stadtbibliothek der Zugang zur Literatur erschwert.« Weiland ist Mitunterzeichner einer Initiative, die sich unter dem Namen Lobby für Utopia gegründet hat und den Neubau einer Zentralbibliothek in Mönchenglachbach vorantreiben will.

Onleihe in Goethe-Instituten

München. Seit Herbst 2011 bieten Bibliotheken der Goethe-Institute in Mittelosteuropa, Nordwesteuropa, Südosteuropa, Ostasien, Kanada und den USA auch die Online-Ausleihe von digitalen Medien an. Mithilfe der »Onleihe« können Bibliotheksnutzer des jeweiligen Landes E-Books, E-Audios und E-Paper rund um die Uhr herunterladen – ganz bequem per Mausklick und ohne Rückgabepflicht. An dem Projekt beteiligen sich inzwischen 25 Goethe-Bibliotheken.

Silberschatz entdeckt

Passau. Im Archiv der Staatlichen Bibliothek ist ein Silberschatz entdeckt worden. Wie »Spiegel online« am 7. Dezember 2011 berichtete, fand die Hausmeisterin insgesamt 172 Münzen und Medaillen im vierten Stock des Archivs. Verborgen war der Schatz in einer Schatulle, die unter Büchern im Magazinraum lag. Bei dem kostbaren Fund handelt es sich um Münzen aus vielen Jahrhunderten – von den Römern bis Napoleon. Laut Bibliotheksleiter Markus Wennerhold hatten seine Vorgänger in der Bibliotheksleitung durchaus Kenntnis von dem wertvollen Bestand. Allerdings sei der Münzschatz in den vergangenen Jahrzehnten vollständig in Vergessenheit geraten. Erst in der vergangenen Woche schließlich sei die Hausmeisterin der Bibliothek in einem Magazin zufällig auf die Schatulle gestoßen. Fotos aller Fundstücke sollen auf der Homepage der Bibliothek veröffentlicht werden. Außerdem ist geplant, die wertvollen Münzen auszustellen. In diesem Jahr feiert die Passauer Staatsbibliothek ihr 400-jähriges Bestehen. Die Einrichtung geht auf ein 1612 gegründetes Jesuitenkolleg zurück ist damit nach eigenen Angaben eine der ältesten öffentlichen Büchersammlungen Deutschlands.

Hochschulbibliothek eröffnet Kinderecke

Regensburg. Die Bibliothek der Hochschule Regensburg (HS.R) bietet seit Ende 2011 ein besonderes Lese-Plätzchen für Hochschulangehörige mit Kindern. Die neue Kinderbuchecke ist eines von mehreren Angeboten der familienfreundlichen Hochschule. Das kindgerechte Bücherregal steht in einem separaten Raum gleich rechts am Eingang in der Hochschulbibliothek. Tisch und Stühle für die ganz jungen Leser gehören ebenfalls dazu.

Filiale wird geschlossen

Reinbek. Die Stadtverordnetenversammlung hat Mitte Dezember beschlossen, die Büchereifiliale in Neuschönningstedt zu schließen. Der Bestand an Kinder- und Jugendbüchern soll an die dortige Grundschule übergeben werden, die Einrichtung einer eigenen Schulbücherei kam jedoch nicht zustande. Dagegen protestierte die örtliche Initiative »Forum 21«: Es gebe kein Konzept für die Verwendung der Bücher in der Schule, ein wichtiger Ort der Leseförderung für Kinder falle damit weg.

Spatenstich für neues Fakultätsgebäude

Stuttgart. Ende November des vergangenen Jahres erfolgte an der Hochschule der Medien (HdM) der Spatenstich für den Neubau der Fakultät Information und Kommunikation. In das neue Gebäude einziehen werden rund 1.000 Studierende und etwa 60 Professoren und Mitarbeiter, die derzeit noch in der Wolframstraße in der Stuttgarter Stadtmitte untergebracht sind. Das Gebäude umfasst eine Fläche von insgesamt 4.200 Quadratmetern und soll Ende 2013 fertiggestellt sein. Zum Sommersemester 2014 hätte die HdM dann einen gemeinsamen Standort für Lehre, Studium und Forschung ihrer drei Fakultäten. Die Baukosten belaufen sich auf 18,5 Millionen Euro.

Feuer in Bibliothek

Stuttgart. Ein Feuer in der Bibliothek der Universität Hohenheim hat am 12. Dezember einen Sachschaden von rund 800.000 Euro angerichtet. Große Teile des zweiten Obergeschosses brannten aus. Wie die Polizei mitteilte, war das Feuer aus bis zum Redaktionsschluss noch ungeklärter Ursache in einem Raum im zweiten Obergeschoss der Unibibliothek ausgebrochen, der sich gerade im Umbau befindet. Fünf Bauarbeiter, die Bodenbeläge verlegen sollten, wurden bei dem Brand verletzt. Da das Gebäude seit einem halben Jahr umgebaut wird, waren dort keine Bücher gelagert. Das Gebäude sollte im Januar 2012 wieder bezogen werden. Laut einem Universitätssprecher ist der Bibliotheksbetrieb durch den Brand nicht beeinträchtigt.

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