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Heft 05/2013>> Nachrichten
Kinder als Zielgruppe Augsburg. Die Stadtbücherei stellt sich neu auf und setzt dabei in erster Linie bei den Zweigstellen an: Sie sollen sich künftig stärker auf Kinder im Grundschulalter konzentrieren. Das berichtete die »Augsburger Allgemeine« in ihrer Online-Ausgabe vom 26. Februar. Das bedeute gleichzeitig, dass andere Aufgaben wegfallen könnten: »Die Zweigstellen müssen Abschied nehmen von der Vorstellung, als ›kleine Zentralen‹ ein umfassendes Angebot für alle bereitzuhalten«, sagte der Bremer Bücherei-Experte Meinhard Motzko. Seit Herbst vergangenen Jahres arbeitet er an einem neuen Konzept für die Stadtbücherei. Ende Februar präsentierte er dem Kulturausschuss des Stadtrates ein Zwischenergebnis. Es basiert auf einer umfassenden Analyse der Augsburger Bevölkerungsstruktur und lässt sich stark verkürzt so zusammenfassen: Die Bücherei muss sich stärker auf Leseförderung und sprachliche Bildung ihrer Nutzer konzentrieren. Nikolaus Bernau erhält Publizistenpreis Berlin. Der mit 5.000 Euro dotierte Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken (Helmut-Sontag-Preis) geht in diesem Jahr an Nikolaus Bernau, Kulturredakteur der »Berliner Zeitung« und der »Frankfurter Rundschau«, für seine kontinuierliche, engagierte und kenntnisreiche Berichterstattung rund um Themen der Bibliotheken. In der Begründung heißt es: »Seit Jahren berichtet Bernau vielseitig und mit großer Sachkunde nicht nur über Berliner Bibliotheken, sondern darüber hinaus auch überregional über das deutsche und über das internationale Bibliotheksgeschehen. Dabei gelingt es ihm, fundiert und kritisch über Bibliotheken und ihre Belange zu berichten und auch weniger beachtete bibliothekarische Themen, wie zum Beispiel einen internationalen Bibliothekskongress in Helsinki, eindrucksvoll in die Öffentlichkeit zu bringen.« Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) und die WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) haben den Publizistenpreis am 11. März im Rahmen der Eröffnungsfeier des 5. Kongresses Bibliothek & Information Deutschland in Leipzig übergeben. 45 Jahre DDR-Zeitungen online Berlin. Mit der Ausgabe der Tageszeitung »Neues Deutschland« vom 3. Oktober 1990 endet die 45 Jahre umfassende Zeitspanne, die via DDR-Presse-Portal von den Benutzern der Staatsbibliothek zu Berlin jetzt online recherchiert werden kann. In den Schlagzeilen, Berichten und Kommentaren der drei in den Jahren 1945/46 gegründeten Zeitungen »Neues Deutschland«, »Berliner Zeitung« und »Neue Zeit« fanden die Ereignisse im Osten Deutschlands jeweils ihren spezifischen Niederschlag, wurden nach bestimmten Kriterien gefiltert und ideologisch gelenkt. Seit Juni 2009 werden circa 400.000 Zeitungsseiten gescannt, als Faksimile aufbereitet und mit komplexen technischen Verfahren in recherchierbaren Volltext umgesetzt. Etwa die Hälfte aller Seiten sind bis jetzt online. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert dieses für die historische Forschung äußerst wichtige Erschließungsprojekt mit erheblichen Mitteln. Die Adresse des Zeitungsportals DDR-Presse: zefys.staatsbibliothek-berlin.de/ddr-presse Preußler-Nachlass in Staatsbibliothek Berlin. Zum Ende des vergangenen Jahres schenkte der Kinderbuchautor Otfried Preußler seinen schriftstellerischen Nachlass sowie umfangreiche Korrespondenzen zu seinem Werk der Staatsbibliothek zu Berlin. Als besonderer Schatz finden sich unter den vielen Briefen an Preußler zahlreiche von Kindern verfasste, in denen sie dem Autor ihre Ansichten zur kleinen Hexe, zu Krabat, zum kleinen Wassermann und natürlich zum Räuber Hotzenplotz mitteilten. In über 100 Umzugskartons befinden sich die Materialien zu seinem Werk und die Dokumentation seiner Wirkung auf Generationen von Kindern und Erwachsenen. Der Nachlass muss jetzt erkundet und verzeichnet werden, für Herbst 2013 bereitet die Bibliothek eine Präsentation für die Öffentlichkeit vor. Ottfried Preußler ist am 18. Februar verstorben. Auf der Roten Liste Berlin. Die Zeitschrift »Politik & Kultur« des Deutschen Kulturrats veröffentlicht seit Juli 2012 in jeder Ausgabe eine »Rote Liste bedrohter Kultureinrichtungen«, eine Analogie zu den bekannten »Roten Listen« bedrohter Tier- und Pflanzenfamilien. In der Ausgabe März/April wurde die Stadtbibliothek Essen in die Kategorie 3 »Vorwarnliste« eingestuft: »Leere Kassen der Kommunen bedrohen die Stadtbibliothek Essen. Im Rahmen des NRW-Entschuldungsfonds sollen Kürzungen vollzogen werden.« Bis zu acht Personalstellen stehen auf der Streichliste. Wertvolles Klavierkonzert erworben Berlin. Mithilfe großzügiger Geldgeber gelang der Staatsbibliothek zu Berlin der Erwerb des 2. Klavierkonzert Es-Dur op. 32 von Carl Maria von Weber aus Familienbesitz. Das vor gut 200 Jahren komponierte Werk gelangt damit zum ersten Mal in öffentlichen Besitz und kann nun von der Musikwissenschaft ebenso wie von MusikerInnen erstmalig in jeder Hinsicht ausgewertet werden. Ermöglicht haben dies die Deutsche Bank Stiftung, die Rudolf-August Oetker-Stiftung, die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin, die Wüstenrot-Stiftung und die Kulturstiftung der Länder, die alle die Staatsbibliothek zu Berlin bei diesem Kauf finanziell kräftig unterstützten. Das 74 Seiten umfassende Klavierkonzert ist in einem konservatorisch ausgezeichneten Zustand. Bibliotheken im Enquete-Bericht Berlin. Der sechste Zwischenbericht der Projektgruppe »Bildung und Forschung« der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft ist erschienen. Er behandelt die Herausforderungen für Bildung und Forschung in der digitalen Gesellschaft und richtet sich in einigen Punkten auch an Bibliotheken, unter anderem mit einem eigenen Themenschwerpunkt Bibliotheken und Urheberrecht sowie der Förderung digitaler Medien in Bibliotheken. Der Bericht gliedert sich entsprechend der Bestandsaufnahme in die Bereiche frühkindliche Bildung, Primar- und Sekundarbildung, Hochschulbildung, Aus- und Weiterbildung sowie digitale Informations- und Kommunikationstechnologien als Gegenstand von Forschung und Innovation. Weitere Informationen gibt es unter www.bundestag.de/internetenquete. Erfolgreiches Lernzentrum Berlin. Seit Sommer 2010 gibt es in der Bibliothek im Gemeinschaftshaus, einem Projekt der Stadtbibliothek Neukölln, das »Lernzentrum«, ein spezielles Angebot für Schüler ab der 7. Klasse bis zum Abitur. Dort stehen den Schülern 2?800 Medien aller Art zur Verfügung, hinzu kommen moderne Arbeitsplätze und Internetzugänge. Das Lernzentrum steht den Schülern nicht nur während der Öffnungszeiten der Bibliothek zur Verfügung, Klassen und Lerngruppen können die Angebote auch außerhalb der Ausleihzeiten nutzen. Seit 2010 haben inzwischen 14.000 Schüler das Lernzentrum genutzt. Für Schüler mit Migrationshintergrund gibt es besondere Angebote. Das Vorhaben wurde vom Land Berlin aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung – EFRE ) finanziert. Broschüre zu Schulbibliotheken Bozen (Italien). Der Verband der Autonomen Schulen Südtirols und das Amt für Bibliotheken und Lesen haben die Broschüre »Innovative Schulbibliotheken« veröffentlicht. Darin wird aufgezeigt, welche didaktischen und bibliothekarischen Überlegungen bei der Konzeption und Planung einer Schulbibliothek im Mittelpunkt stehen. Im zweiten Teil der Broschüre sind gelungene Beispiele und Einrichtungsdetails vom Kindergarten bis zur Oberschule aufgeführt. Informationspaket zu IFLA-Projekten und E-Books Den Haag (Niederlande). Der internationale Bibliotheksverband IFLA hat unter www.ifla.org/ict4d ein umfangreiches Informationspaket veröffentlicht. Darin geht es um die Rolle, die Bibliotheken bei der Unterstützung gesellschaftlicher Entwicklungen spielen. Weiterführende Links zu Entwicklungsprojekten und Forschungsergebnissen werden im neuen Webportal ebenso angeführt wie Hinweise darauf, was IFLA zur gesellschaftlichen Entwicklung durch Bibliotheken beiträgt und wie Bibliothekare in diesem Prozess selbst aktiv werden können. Ein weiteres Informationspaket gibt es zum Thema E-Books: Damit sichergestellt ist, dass insbesondere öffentliche Bibliotheken auch künftig alle gewünschten Medien zur Ausleihe zur Verfügung stellen können, hat IFLA ein Positionspapier sowie eine offizielle Stellungnahme »IFLA Principles for Library eLending« erarbeitet, die vom Vorstand im Februar verabschiedet wurde. Auch der europäische Bibliotheksverband EBLIDA hat das Thema E-Books auf die Agenda gesetzt und eine Arbeitsgruppe eingerichtet sowie eine europaweite Kampagne gestartet. Am 15. Mai organisiert EBLIDA eine internationale Konferenz zum Thema mit dem Titel »Ready? Read’e«. Skulptur beschädigt Dresden. Die Skulptur »Lesendes Mädchen« vor der Bibliothek Südvorstadt in Dresden ist erneut beschädigt worden. Unbekannte haben Anfang März den Kopf abgetrennt und mitgenommen. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. Bereits zweimal zuvor war das »Lesende Mädchen« beschädigt worden. Einmal kurz nach der politischen Wende in den 90er-Jahren. Das zweite Mal vor zweieinhalb Jahren. Dabei wurde wie jetzt auch der Kopf abgetrennt und mitgenommen. Er tauchte später wieder auf. Unbekannte hatten ihn lose auf die Skulptur gesetzt. Die Täter konnten nie ermittelt werden. Die Städtischen Bibliotheken hatten daraufhin die Statue für 750 Euro sanieren und den Kopf wieder anbringen lassen. Einen Teil der Kosten spendeten Anwohner. Versteckte NPD-Flyer Duisburg. Mehr als 70 NPD-Flyer haben Mitarbeiter der Bezirksbibliothek in Duisburg-Rheinhausen Mitte Februar in ihrem Buchbestand gefunden. Die Zettel, die sich gegen Europa und den Euro richten, hatte ursprünglich eine Leserin in Reiseführern entdeckt und daraufhin die Bibliotheksleitung informiert. Der Fall soll Konsequenzen haben. Wenn der oder die Täter ermittelt werden, bekommen sie Hausverbot, erklärte Bibliotheksdirektor Jan-Pieter Barbian. Zusätzlich prüft das Rechtsamt der Stadt eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Hetzschriften in der Duisburger Bibliothek seien ein Einzelfall, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Allerdings falle die NPD in Duisburg häufiger im Zusammenhang mit rechtswidrigen Aktionen auf. Aktualisierung 2013 der RAK-Musik-Anlage M 9 Frankfurt am Main. Die Deutsche Nationalbibliothek hat auf ihrer Website die Aktualisierung 2013 der RAK-Musik-Anlage M 9 »Maßgebliche Werkverzeichnisse und Zählweise der Werke in Einheitssachtiteln« in elektronischer Form veröffentlicht. Diese Aktualisierung steht kostenfrei zur Verfügung: http://d-nb.info/1031771670/34. Wie bereits in den Vorjahren hat die Arbeitsstelle für Standardisierung Vorschläge für die Aktualisierung entgegengenommen. Die Musikabteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz und der Bayerischen Staatsbibliothek München sowie das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek haben Einvernehmen über die Neuaufnahme der Werkverzeichnisse für Isaac Albéniz, Harald Genzmer, Christoph Graupner, Camille Saint-Saëns, Christoph Schaffrath und Hugo Wolf erzielt. Die Aktualisierung 2013 ersetzt jene von 2011. Scan-Programm ausgeweitet Frankfurt am Main. Die Deutsche Nationalbibliothek hat die Kataloganreicherung mit digitalisierten Inhaltsverzeichnissen in den vergangenen Jahren systematisch ausgebaut. Sie sind im Volltext durchsuchbar und können in die Recherche in der Nationalbibliografie einbezogen werden. Allein im Februar wurden 2,6 Millionen Inhaltsverzeichnisse im Rahmen der Katalogrecherche von Nutzern am Bildschirm angezeigt. Neu eingehende Publikationen des Auslandes einschließlich Germanica und Übersetzungen sind nun in das Scan-Programm einbezogen worden. Damit werden alle Inhaltsverzeichnisse des Neuzugangs von Büchern und Zeitschriftenstücktiteln der Bibliografiereihen A, B und H laufend digitalisiert. Lediglich belletristische Werke, Schulbücher sowie Kinder- und Jugendliteratur sind hiervon ausgenommen. Die Inhaltsverzeichnisse werden in Format und Design einheitlich produziert. Sie sind über den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek frei zugänglich und können in größeren Kontingenten laufend oder retrospektiv via Datendienst bezogen werden. Hamburg-Plattform Hamburg. Ende Februar ist in der Staats- und Universitätsbibliothek eine Hamburg-Plattform an den Start gegangen, die das landeskundliche Wissen der Hansestadt gebündelt aufsuchbar macht: HamburgWissen Digital (www.hamburgwissen-digital.de / HWD). Relevante Quellen aus verschiedensten Hamburger Institutionen – zum Beispiel Archiven, Bibliotheken, Museen, dem Statistikamt Nord, dem Parlament – finden sich nun im Internet unter einem Dach. Die Staatsbibliothek kooperiert dazu mit rund 20 Hamburger und auswärtigen Partnerinstitutionen, deren Datenressourcen in die übergreifende Suche eingebunden sind. Millionenklage zurückgezogen Hamilton (Kanada). Die massive Unterstützung des Bibliothekars und Beirats dieser Zeitschrift, Dale Askey, vor allem über soziale Medien hat Wirkung gezeigt; der US-amerikanische Verlag Edwin Mellen Press zog Anfang März seine Millionenklage zurück. Als Grund nannte der Verlag in einer Pressemitteilung »einen erheblichen finanziellen Druck durch die Social-Media-Kampagne«. Askey hatte bereits 2010 in einem Blog-Beitrag darauf hingewiesen, dass die Bücher des Verlags von geringer Qualität, schlecht lektoriert und auf billige Weise produziert seien – und gleichzeitig zu hohen Preisen verkauft würden. Der Verlag zog daraufhin vor Gericht und verklagte nicht nur den Bibliothekar, sondern auch die kanadische McMaster University, an der Askey inzwischen als Bibliothekar arbeitet. Große Nachfrage bei EconStor Kiel/Hamburg. Der Open-Access-Publikationsserver der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft zählt jetzt 50?000 wirtschaftswissenschaftliche Dokumente. Damit ist EconStor in Deutschland die Nummer eins für die Wirtschaftswissenschaften. Im fächerübergreifenden »Ranking Web of Repositories« kommt EconStor in der Rubrik frei zugänglicher Volltexte weltweit auf Platz 15, europaweit auf Platz 7. Waren es vor zwei Jahren noch rund 25.000 frei verfügbare Dokumente, so hat sich die Anzahl wirtschaftswissenschaftlicher Artikel auf dem Open-Accces-Publikationsserver bis heute verdoppelt. Ein deutliches Wachstum ist auch für die Downloadzahlen zu beobachten. 2012 wurden über 1,3 Millionen Artikel von EconStor heruntergeladen. Wissenschaftler, die auf EconStor-Dokumente zugreifen, kommen nur zu einem Drittel aus Deutschland, daneben vor allem aus den USA, Frankreich, Großbritannien, China, Indien und Spanien. Potenziale durch Open Access Köln. Im Februar hat in Berlin ein Workshop der Leibniz-Gemeinschaft zum Thema Open Access mit 40 Teilnehmern stattgefunden. Ziel des Workshops war es, interessierten Leibniz-Instituten Informationen rund um das Journal Publishing zu bieten und einen Erfahrungsaustausch zu initiieren. Seit zehn Jahren stellt die ZB MED – selbst eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft – mit German Medical Science (gms) ein medizinisches Publikationsportal bereit. Als Online-Plattform für Zeitschriften, Kongress- und Forschungsberichte bietet gms freien Zugang zu hochrangigen und qualitätsgeprüften medizinischen Fachartikeln. Die Erfahrungen, die die ZB MED in den vergangenen Jahren als Betreiber von gms gemacht hat, konnte die zentrale Fachbibliothek für die Fächerkombination Medizin, Gesundheit, Ernährung, Umwelt und Agrarwissenschaften im Rahmen des Leibniz-Workshops an interessierte Leibniz-Institute weitergeben. Es zeigte sich, dass immer mehr Leibniz-Institute bei Publikationen auf Open Access setzen: Derzeit geben verschiedene Institute der Leibniz-Gemeinschaft insgesamt 39 Open-Access-Journals heraus. Homepage in Kooperation Mainz. Den Katholischen öffentlichen Büchereien (KÖB) im Bistum Mainz steht eine integrierte Website mit Internetmedienkatalog, Shop zur Medienvermittlung und tagesaktuellen Medienempfehlungen kostenlos und professionell betreut zur Verfügung. Über das Projekt »Büchereihomepage mit Mehrwert«, erarbeitet von der Büchereifachstelle Mainz und von Willi Weiers, KÖB St. Sophia Erbach im Odenwald, gingen seit Ende 2011 über 30 Büchereien online. Die vorbereiteten Rubriken, Links und Funktionalität betreffen alle wesentlichen Aspekte, die für einen aktuellen Auftritt der KÖB notwendig sind: Öffnungszeiten, Team, Ziele und Leistungen der KÖB. Medienempfehlungen des Borromäusvereins Bonn sind automatisch tagesaktuell in die Homepage integriert. Actionspiele helfen beim Lesen Padua (Italien). Spielen oder lernen: Für Kinder mit einer Leseschwäche könnte es sinnvoll sein, beides zu verbinden. Denn Action-Videospiele verbesserten die Lesefähigkeit, berichten Forscher im Fachjournal »Current Biology«, wie am 6. März in der Online-Ausgabe von »Der Westen« nachzulesen war. Der Effekt von zwölf Stunden sei größer als von einem Jahr natürlicher Entwicklung oder herkömmlicher Leseförderung. Die Forscher um den Psychologen Andrea Facoetti von der italienischen Universität Padua haben bereits in einer früheren Studie die Hypothese entwickelt, dass es sich bei der Leseschwäche nicht um ein sprachliches Problem handelt. Die eigentliche Ursache sei mangelnde visuelle Aufmerksamkeit. Der Ansatz von Facoetti und seinen Kollegen, um Abhilfe zu schaffen, dürfte Eltern auf den ersten Blick nicht gefallen: mehr actionreiche Computer- und Videospiele spielen. Facoettis Team untersuchte Lesefähigkeiten, phonologische Fähigkeiten und Aufmerksamkeit bei zwei Gruppen mit je zehn legasthenischen Kindern. Die Forscher erfassten die Eigenschaften vor und nachdem die eine Gruppe ein Actionspiel, die andere Gruppe ein sonstiges Videospiel neun Mal für 80 Minuten gespielt hatte. Jene Kinder, die Actionspiele gespielt hatten, konnten danach schneller lesen, ohne dadurch mehr Fehler zu machen. Sie verbesserten sich auch in anderen Aufmerksamkeitstests. (Siehe zu diesem Thema auch den Beitrag aus der Zukunftswerkstatt auf Seite 338.) Kritik an Digitalisierungsprojekt Paris (Frankreich). Ein Anfang des Jahres geschlossenes Abkommen zwischen der französischen Nationalbibliothek und der Firma ProQuest zur Digitalisierung von 70.000 Büchern aus der Zeit zwischen 1470 und 1700 im Rahmen des Projekts »Early European Books« hat für negative Schlagzeilen im Nachbarland gesorgt. Kritisiert wurde vor allem, dass der privaten Firma exklusive Nutzungsrechte für die Digitalisate eingeräumt worden seien. Weder ProQuest noch die Nationalbibliothek gewährten bis zum Redaktionsschluss Einsicht in den Vertrag. Die Kritiker betonten, dass die Verträge von ProQuest mit anderen am Projekt beteiligten Nationalbibliotheken, zum Beispiel in Italien oder den Niederlanden, deutlich nutzerfreundlicher seien. Picknick im Labyrinth Rendsburg. Mit einem bundesweit einzigartigen Projekt unter dem Motto »Picknick im Labyrinth« will die Büchereizentrale Schleswig-Holstein den Öffentlichen Bibliotheken im Land ein Instrument zur Verfügung stellen, das der Verbesserung der kulturellen und sozialen Teilhabe von Menschen mit Demenz dienen und ihre Angehörigen unterstützen soll. Zur Wahrnehmung dieser Aufgabe stellt die Büchereizentrale den Büchereien spezielle Medienboxen zur Verfügung, die von Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie ehrenamtlich Tätigen in der täglichen Arbeit eingesetzt werden können. Dank der Förderung des Projektes durch das Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein konnten neun Medienboxen zusammengestellt werden. Die Titelauswahl erfolgte in Absprache mit dem Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein. Jede Medienbox enthält circa 20 Titel, darunter Bücher, DVDs, Hörspiele, Lieder und Bildkarten für das Erzähltheater zu Märchen, Geschichten und Alltagswelten vor allem der prägenden Lebensphasen Kindheit und Jugend alter Menschen, darüber hinaus Beschäftigungsideen und Spiele zur Aktivierung von Körper, Geist und Seele als Ideenbörse für Betreuer sowie Fachinformationen zur Begleitung von Menschen mit Demenz. Hochschulpreis erhalten Stuttgart. Ellen Daniela Heidelberger vom Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement hat den Hochschulpreis des Fördervereins für den besten Studienabschluss des Wintersemesters 2012/2013 an der Hochschule der Medien (HdM) erhalten. Heidelberger beschäftigte sich in ihrer Bachelorarbeit mit Managementinstrumenten im öffentlichen Sektor. Sie wurde von Professorin Cornelia Vonhof betreut, die mehrere Jahre lang Herausgeberin dieser Zeitschrift war. Vatikanische Bibliothek wird digital Vatikan. Die Digitalisierung einer Bibliothek ist nicht unbedingt neu; doch wenn es sich um die Vatikanische Apostolische Bibliothek handelt, ist die Dimension des Projektes durchaus etwas Besonderes. Es sollen 40 Millionen digital erfasste Seiten entstehen und schon in der ersten Phase des auf neun Jahre angesetzten Projektes werden 2,8 Petabyte Speicherkapazität für die Schätze zur Verfügung gestellt. Die Vatikanische Apostolische Bibliothek ist eine der ältesten Bibliotheken der Welt und manchem gilt sie als ein Ort, der viele Geheimnisse verwahrt. In jedem Fall aber enthält die Bibliothek, zu der nicht jeder Zutritt hat, einige der seltensten und wertvollsten noch existierenden Dokumente wie die 42-zeilige Gutenberg-Bibel in Latein. Das ist das erste mit beweglichen Lettern gedruckte Buch, das zwischen 1451 und 1455 entstand. e-manuscripta.ch ist online Zürich (Schweiz). Auf der Plattform e-manuscripta.ch werden seit Mitte März 10.000 digitalisierte handschriftliche Quellen präsentiert: Das Spektrum reicht von Texten, Briefen und Archivgut über Musikhandschriften bis hin zu Manuskriptkarten und anderen grafischen Materialien. Das Kooperationsprojekt der ETH-Bibliothek Zürich, der Universitätsbibliothek Basel und der Zentralbibliothek Zürich schließt eine Lücke im digitalen Angebot der Institutionen. Dokumente von Erasmus von Rotterdam, Richard Wagner und Albert Einstein sind dort ebenso zu entdecken wie der Nachlass des Geologen Arnold Escher von der Linth, Gelehrtenkorrespondenz um den Basler Arzt Felix Platter oder das Archiv der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Zürich. |