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Nachrichten

Der Lesesommer 2014 in Zahlen

Neustadt an der Weinstraße. Mit 168 Bibliotheken, einem Zuwachs von 11 Bibliotheken, gab es in diesem Jahr eine neue Rekordbeteiligung beim Leseförderprojekt „Lesesommer“ des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Erstmals seit dem Start des Projekts im Jahr 2008 konnten die Teilnehmerzahlen jedoch nicht weiter gesteigert werden. Mit rund 18.400 Kindern und Jugendlichen beteiligten sich etwa 1000 weniger als

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BuB Heft 10/2014

Lesen bringt Lebensqualität

Lesen ist die Schlüsselkompetenz und Voraussetzung für beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Dies belegt der aktuelle internationale Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einmal mehr auf eindrucksvolle Weise: Er identifiziert Lesekompetenz nicht zuletzt als entscheidenden Faktor für Beschäftigung und Einkommen. Die konkreten Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Risiko der Arbeitslosigkeit mit einem Mangel an Lesekompetenz steigt – selbst bei vergleichbarem Bildungsniveau. Dasselbe gilt für das Einkommen: Im Durchschnitt verdient ein Erwachsener mit Hochschulabschluss und ausgeprägter Lesekompetenz rund 45 Prozent mehr als ein Erwachsener mit ähnlichem Bildungsstand, aber nur schwacher Lesekompetenz.

Mangelnde Lesekompetenz hat freilich schon vor dem Erwerbsleben gravierende Auswirkungen. Für Kinder und Jugendliche wird der Zugang zu Bildung und damit auch zu Ausbildungsplätzen massiv erschwert. Hinzu kommt: Die Wahrscheinlichkeit einer hohen Qualifikation hängt in Deutschland nach wie vor stark vom familiären Hintergrund ab. Niedrigschwellige und breitenwirksame Leseförderungsangebote, sind deshalb wichtiger denn je. Sie bieten Kindern eine Basis für Chancengleichheit und eröffnen Zugänge zu Lesen und Bildung.

Im Bereich Leseförderung sind Bibliotheken die zentralen Einrichtungen in Deutschland. Sie arbeiten professionell, flächendeckend und mit anerkannten Kooperationspartnern wie der Stiftung Lesen. Das Angebot der Lesefördermaßnahmen ist bunt und phantasievoll und passt sich immer wieder an Veränderungen an. Ein Beispiel ist auf Seite 667 zu finden. Dort besucht die Stadtbibliothek Berlin-Mitte mit ihrem Programm »BibliothekMobil« Berliner Schulklassen und gestaltet den Unterricht mit.

Ganz neue Möglichkeiten der Leseförderung für alle Altersstufen bietet das sogenannte Social Reading, der Online-Austausch über Bücher, dem BuB den Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe widmet. Die Autoren, die sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, kommen zum eindeutigen Schluss: »Social Reading birgt Potenzial für Bibliotheken«. Inwiefern, das erläutern sie ab Seite 685.

Und noch ein BuB-Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Lesen: Gedichte als Herausforderung für Öffentliche Bibliotheken auf Seite 698. Gehört Lyrik in die Bibliothek, auch wenn sie kaum ausgeliehen wird? Autor Dirk Wissen wägt die Vor- und Nachteile sorgfältig ab und kommt zum Ergebnis: »Lyrik rechnet sich nicht – bietet aber Lebensqualität«.

Wer nach der BuB-Lektüre noch mehr Lust auf das Thema Lesen hat, sollte sich zur Frankfurter Buchmesse aufmachen, die vom 8. bis 12. Oktober stattfindet und auch in diesem Jahr zeigen wird: Das gedruckte Buch steht beim Lesen längst nicht mehr im Vordergrund, auf dem Vormarsch sind weiter digitale Leseangebote. Unbedingt empfehlenswert ist für Bibliothekare, die bereits zu den ruhigeren Fachbesuchertagen von Mittwoch bis Freitag Zugang haben, ein Besuch im Internationalen Bibliothekszentrum (ILC) in Halle 4.2. Dort ist auch der Stand des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB) zu finden. BIB-Mitglieder erhalten übrigens einen 30-prozentigen Rabatt auf die Eintrittsgebühr. Weitere Informationen dazu unter: www.bib-info.de/verband/projekte/frankfurter-buchmesse/buchmesse-2014.html

Bernd Schleh (BuB-Redakteur)

BuB Heft 10/2014

SCHWERPUNKT Social Reading

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • • November/Dezember: Freihandelsabkommen TTIP
  • • Januar 2015: Blick in die Zukunft
  • • Februar/März 2015: Sonntagsöffnung
  • • April 2015: Auskunftsdienst

Nachrichten

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Kinder lesen für Afrika

Hamburg. 55 Schulkinder aus  dem Hamburger Stadtteil Schnelsen haben gelesen und gelesen, acht Wochen lang, 261 Bücher – und das für den guten Zweck. „Kinder für Afrika“, heißt das Projekt der Bücherhallen Schnelsen in Kooperation mit der evangelisch-freikirchlichen Kirchengemeinde am Krankenhaus, bei dem in diesem Jahr 3500 Euro an Spendengeldern zusammengekommen sind. Mädchen und Jungen der

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Landshuter Jugendbuchpreis 2014 verliehen

Landshut. Bereits zum sechsten Mal hat Anfang Oktober der Jugendleseclub der Stadtbücherei Landshut die drei Preisträger des „Landshuter Jugendbuchpreises“ ausgezeichnet. Wie die Bücherei mitteilte, leistete der Leseclub die Vorarbeit, indem er aus der gesamten deutschsprachigen Jugendbuchproduktion des Jahres 2013 eine Auswahl aus den 15 besten Büchern zusammenstellte. Die Clubmitglieder gingen anschließend in Schulklassen der Jahrgangsstufen

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Kunden steuern den Bestand: PDA am Beispiel der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln

Frankfurt am Main. Nutzergesteuerte Erwerbung. Das ist nichts Neues. Seit langem schon gibt es die altbekannten Formulare für Anschaffungsvorschläge. Aber ist das effektiv? „Nein“, sagt Peter Kostädt, Leiter des IT-Dezernats der Universitäts- und Stadtbibliothek (USB) Köln anlässlich des 10. Deutschen Bibliotheksleitertages in Frankfurt am Main. Bei einer Auswertung sei der Bibliotheksleitung der USB aufgefallen, dass ein

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Forschungsprojekt: FH Potsdam visualisiert Bestände der Deutschen Digitalen Bibliothek

Potsdam. Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) hat ihre Bestände im Rahmen eines Forschungsprojekts zusammen mit der Fachhochschule Potsdam visualisiert. Die Kulturobjekte wurden in Grafiken zusammengefasst. Herausgekommen sind Übersichten über die grobe zeitliche und räumliche Verteilung von über sieben Millionen Objekten und die verknüpften Themen, Personen und Organisationen. Nach Angaben der Fachhochschule hatte das Forschungsprojekt das

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Branchen-News

Swets und Schweitzer Fachinformationen vereinbaren Zusammenarbeit

pr. – Gemeinsam geben die Swets Information Services GmbH (in Insolvenz) sowie Schweitzer Fachinformationen OHG folgende Erklärung ab: Swets Information Services in Deutschland und Schweitzer Fachinformationen haben Zusammenarbeit vereinbart. München, 16. Oktober 2014. Der laufende Geschäftsbetrieb von Swets Deutschland wird bis zum 30.11.2014 aufrechterhalten und danach unter dem Dach von Schweitzer Fachinformationen fortgeführt. Gemeinsam verfolgen

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Lesesaal

Die Ergebnisse der geheim geführten TTIP-Verhandlungsrunden sind in den Details weder für das EU-Parlament, hier ist das Gebäude in Brüssel zu sehen, noch für den EU-Ministerrat frei zugänglich.
Foto: finecki – Fotolia.com

Das Freihandelsabkommen TTIP betrifft auch die Bibliotheken

Größer könnten die Gegensätze nicht sein: Für die einen ist TTIP »Ein Programm für Wohlstand«, für Innovation, Wachstum und Arbeitsplätze durch Freihandel, die große Chance zur Belebung der Weltwirtschaft, ein Symbol für die Stärkung der transatlantischen Allianz gegen die Despoten des Ostens und der Einstieg in die längst überfällige Beseitigung von staatlichen Kultursubventionen; für die

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Praxis

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Mit dem Master in die Bibliothek

Früher schien die Welt in Ordnung gewesen zu sein: Wer in den höheren Bibliotheksdienst wollte, hatte meist ein Bibliotheksreferendariat in Köln oder München absolviert. Bibliotheksarbeitgeber bedienten sich in der Regel aus dem Kreis dieser Absolventen. Es gab natürlich auch damals Ausnahmen: Die Diplom-Bibliothekarin (FH), die zusätzlich ein wissenschaftliches Studium mit Hochschuldiplom oder Promotion absolviert hatte,

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Bau

Umbau der Galerien der Richard J. Daley Library der University of Illinois, Chicago

Grundsanierung in einem Zug oder flexibel fortschreitende Veränderung?

Dass dies bereits der zweite Bauschwerpunkt in BuB zum Umbau von Bibliotheken innerhalb von zwei Jahren ist, ist nur ein Indiz für die Bedeutung, die das Thema mittlerweile in der Fachdiskussion erlangt hat. Und dieser Trend ist international zu beobachten. Insbesondere die ehemals als westliche Industrienationen bezeichneten Staaten Europas und Nordamerikas haben große Bestände an

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