Diederik van Leeuwn, Direktor von bibliotheek.nl referierte beim Bibliotheksleitertag über E-Book-Strategien. Foto: OCLC

Nachrichten

E-Book Strategien: Das Beispiel Niederlande

Frankfurt am Main. „Ich denke nicht, dass das Buch ausstirbt, aber es wird eine andere Funktion haben.“ Es sind Worte bei denen die etwa 200 Bibliothekare beim Zehnten Deutschen Bibliotheksleitertag in Frankfurt am Main Anfang Oktober aufhorchen. Sie kommen von Diederik van Leeuwen, Direktor der Stiftung bibliotheek.nl, die zur Erweiterung und Verwaltung der nationalen digitalen

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BuB Heft 10/2014

Lesen bringt Lebensqualität

Lesen ist die Schlüsselkompetenz und Voraussetzung für beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Dies belegt der aktuelle internationale Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einmal mehr auf eindrucksvolle Weise: Er identifiziert Lesekompetenz nicht zuletzt als entscheidenden Faktor für Beschäftigung und Einkommen. Die konkreten Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Risiko der Arbeitslosigkeit mit einem Mangel an Lesekompetenz steigt – selbst bei vergleichbarem Bildungsniveau. Dasselbe gilt für das Einkommen: Im Durchschnitt verdient ein Erwachsener mit Hochschulabschluss und ausgeprägter Lesekompetenz rund 45 Prozent mehr als ein Erwachsener mit ähnlichem Bildungsstand, aber nur schwacher Lesekompetenz.

Mangelnde Lesekompetenz hat freilich schon vor dem Erwerbsleben gravierende Auswirkungen. Für Kinder und Jugendliche wird der Zugang zu Bildung und damit auch zu Ausbildungsplätzen massiv erschwert. Hinzu kommt: Die Wahrscheinlichkeit einer hohen Qualifikation hängt in Deutschland nach wie vor stark vom familiären Hintergrund ab. Niedrigschwellige und breitenwirksame Leseförderungsangebote, sind deshalb wichtiger denn je. Sie bieten Kindern eine Basis für Chancengleichheit und eröffnen Zugänge zu Lesen und Bildung.

Im Bereich Leseförderung sind Bibliotheken die zentralen Einrichtungen in Deutschland. Sie arbeiten professionell, flächendeckend und mit anerkannten Kooperationspartnern wie der Stiftung Lesen. Das Angebot der Lesefördermaßnahmen ist bunt und phantasievoll und passt sich immer wieder an Veränderungen an. Ein Beispiel ist auf Seite 667 zu finden. Dort besucht die Stadtbibliothek Berlin-Mitte mit ihrem Programm »BibliothekMobil« Berliner Schulklassen und gestaltet den Unterricht mit.

Ganz neue Möglichkeiten der Leseförderung für alle Altersstufen bietet das sogenannte Social Reading, der Online-Austausch über Bücher, dem BuB den Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe widmet. Die Autoren, die sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, kommen zum eindeutigen Schluss: »Social Reading birgt Potenzial für Bibliotheken«. Inwiefern, das erläutern sie ab Seite 685.

Und noch ein BuB-Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Lesen: Gedichte als Herausforderung für Öffentliche Bibliotheken auf Seite 698. Gehört Lyrik in die Bibliothek, auch wenn sie kaum ausgeliehen wird? Autor Dirk Wissen wägt die Vor- und Nachteile sorgfältig ab und kommt zum Ergebnis: »Lyrik rechnet sich nicht – bietet aber Lebensqualität«.

Wer nach der BuB-Lektüre noch mehr Lust auf das Thema Lesen hat, sollte sich zur Frankfurter Buchmesse aufmachen, die vom 8. bis 12. Oktober stattfindet und auch in diesem Jahr zeigen wird: Das gedruckte Buch steht beim Lesen längst nicht mehr im Vordergrund, auf dem Vormarsch sind weiter digitale Leseangebote. Unbedingt empfehlenswert ist für Bibliothekare, die bereits zu den ruhigeren Fachbesuchertagen von Mittwoch bis Freitag Zugang haben, ein Besuch im Internationalen Bibliothekszentrum (ILC) in Halle 4.2. Dort ist auch der Stand des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB) zu finden. BIB-Mitglieder erhalten übrigens einen 30-prozentigen Rabatt auf die Eintrittsgebühr. Weitere Informationen dazu unter: www.bib-info.de/verband/projekte/frankfurter-buchmesse/buchmesse-2014.html

Bernd Schleh (BuB-Redakteur)

BuB Heft 10/2014

SCHWERPUNKT Social Reading

Die weiteren BuB-Hefte haben folgende Themen-Schwerpunkte:

  • • November/Dezember: Freihandelsabkommen TTIP
  • • Januar 2015: Blick in die Zukunft
  • • Februar/März 2015: Sonntagsöffnung
  • • April 2015: Auskunftsdienst

Nachrichten

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ZBW Kiel als Bibliothek des Jahres ausgezeichnet

Kiel. Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) verleiht heute – am „Tag der Bibliotheken“ – zum fünfzehnten Mal den Preis „Bibliothek des Jahres“ am Ort des Preisträgers. In diesem Jahr erhält die ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Kiel die Auszeichnung. Die ZBW wurde gewählt, weil sich Bibliothek den Herausforderungen des technologischen Wandels stelle und die

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Julius liest lieber, als Fußball zu spielen. Er ist das Maskottchen des gleichnamigen Leseförderprojekts. Illustration: VGH-Stiftung

Leseförderprojekt: Kinder lesen mehr als 28 800 Bücher in den Sommerferien

Hannover. Ein erfolgreicher Abschluss für den Julius-Club: 5921 junge Leserinnen und Leser nahmen vom 18. Juli bis zum 18. September an dem Lese-Ferienprogramm der VGH-Stiftung und der Büchereizentrale Niedersachsen teil – und das erfolgreich: Mehr als 28 800 Bücher haben die Kinder und Jugendliche im Alter zwischen elf und 24 Jahren nach Angaben der Hannoveraner Stiftung

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Gründung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste

Berlin. Noch in diesem Jahr soll das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gegründet werden. Das haben Bund, Länder und Kommunen gemeinsam beschlossen. Nach Angaben des Deutschen Kulturrats sollen in dem Zentrum die Aktivitäten der Raubgutrecherche gebündelt und verstärkt werden. Das Zentrum wird öffentliche Einrichtungen bei der Suche nach geraubtem Kulturgut in den Beständen beraten und unterstützen. Zusätzlich

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dbv fordert Wissenschaftsschranke und Recht auf E-Book-Lizenzen

Berlin/Frankfurt am Main. Anlässlich der Vorstellung des aktuellen „Berichts zur Lage der Bibliotheken“ hat der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) das Recht auf E-Book-Lizenzen in Öffentlichen Bibliotheken und eine Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht für die Nutzer in wissenschaftlichen Bibliotheken gefordert. In dem Bericht, der jährlich erscheint, fasst der Verband seine zentralen Forderungen zusammen. Diesmal sind das:

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Branchen-News

Swets und Schweitzer Fachinformationen vereinbaren Zusammenarbeit

pr. – Gemeinsam geben die Swets Information Services GmbH (in Insolvenz) sowie Schweitzer Fachinformationen OHG folgende Erklärung ab: Swets Information Services in Deutschland und Schweitzer Fachinformationen haben Zusammenarbeit vereinbart. München, 16. Oktober 2014. Der laufende Geschäftsbetrieb von Swets Deutschland wird bis zum 30.11.2014 aufrechterhalten und danach unter dem Dach von Schweitzer Fachinformationen fortgeführt. Gemeinsam verfolgen

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Lesesaal

Die Ergebnisse der geheim geführten TTIP-Verhandlungsrunden sind in den Details weder für das EU-Parlament, hier ist das Gebäude in Brüssel zu sehen, noch für den EU-Ministerrat frei zugänglich.
Foto: finecki – Fotolia.com

Das Freihandelsabkommen TTIP betrifft auch die Bibliotheken

Größer könnten die Gegensätze nicht sein: Für die einen ist TTIP »Ein Programm für Wohlstand«, für Innovation, Wachstum und Arbeitsplätze durch Freihandel, die große Chance zur Belebung der Weltwirtschaft, ein Symbol für die Stärkung der transatlantischen Allianz gegen die Despoten des Ostens und der Einstieg in die längst überfällige Beseitigung von staatlichen Kultursubventionen; für die

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Praxis

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Mit dem Master in die Bibliothek

Früher schien die Welt in Ordnung gewesen zu sein: Wer in den höheren Bibliotheksdienst wollte, hatte meist ein Bibliotheksreferendariat in Köln oder München absolviert. Bibliotheksarbeitgeber bedienten sich in der Regel aus dem Kreis dieser Absolventen. Es gab natürlich auch damals Ausnahmen: Die Diplom-Bibliothekarin (FH), die zusätzlich ein wissenschaftliches Studium mit Hochschuldiplom oder Promotion absolviert hatte,

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Bau

Umbau der Galerien der Richard J. Daley Library der University of Illinois, Chicago

Grundsanierung in einem Zug oder flexibel fortschreitende Veränderung?

Dass dies bereits der zweite Bauschwerpunkt in BuB zum Umbau von Bibliotheken innerhalb von zwei Jahren ist, ist nur ein Indiz für die Bedeutung, die das Thema mittlerweile in der Fachdiskussion erlangt hat. Und dieser Trend ist international zu beobachten. Insbesondere die ehemals als westliche Industrienationen bezeichneten Staaten Europas und Nordamerikas haben große Bestände an

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