Neue Studie: Öffentliche Bibliotheken sind zentrale »dritte Orte« für junge Menschen

Studie belegt die wachsende Bedeutung von Bibliotheken als Orte für Austausch, Lernen und Freizeitgestaltung junger Menschen im Alltag.

Öffentliche Bibliotheken sind für junge Menschen heute weit mehr als Orte der Medienausleihe. Sie sind sogenannte »dritte Orte« – offene Räume für Lernen, soziale Begegnung und Freizeit. Das zeigt die aktuelle Studie »Junge Menschen in öffentlichen Bibliotheken« des dbv Landesverbands Baden-Württemberg. 

Die Studie beleuchtet die Nutzung und Bedeutung öffentlicher Bibliotheken für Jugendliche und Heranwachsende in Baden-Württemberg. Diese nennen vor allem ruhige Lern- und Arbeitsplätze sowie die Möglichkeit des Austauschs mit Gleichaltrigen als wesentliche Motive für den Bibliotheksbesuch.

Gleichzeitig gewinnen Freizeitangebote – wie Gaming – an Bedeutung. Die Studie empfiehlt gezielte räumliche Anpassungen, speziell gestaltete Jugendbereiche, den Ausbau von Freizeit- und Bildungsangeboten sowie verstärkte Personalressourcen. Zudem sollte die Sichtbarkeit der Bibliotheken durch Social-Media-Aktivitäten erhöht werden, um die Bedürfnisse junger Nutzer/-innen noch besser abzudecken. 

Kooperationen stärken und Chancengerechtigkeit fördern

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Ausbau von Kooperationen zwischen Bibliotheken und Einrichtungen der Offenen und Mobilen Jugendarbeit, um Bildungszugänge insbesondere für junge Menschen aus benachteiligten Verhältnissen zu verbessern. Hier bieten Bibliotheken wichtige Chancen zur sozialen Gerechtigkeit und zur Förderung von Bildungschancen. 

Fazit

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen: Öffentliche Bibliotheken sind zentrale Orte für junge Menschen, die Lernen, soziale Kontakte und Freizeit miteinander verbinden. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit, zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur persönlichen Entwicklung. 

Die Zusammenfassung der Studie erschien in BuB 11/2025 auf Seite 558.

Hier kann die Studie heruntergeladen werden

 

Welche Rolle Bibliotheken als geschützte Räume für junge Menschen einnehmen können, zeigt auch dieser Beitrag.

Die Studie wurde von Prof. Dr. Ulrich Deinet (Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und Entwicklung e.V., Haan) sowie Prof. Dr. Thomas Meyer und Julia Lepthin (Institute for Science and Markets an der Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart) durchgeführt. Grundlage der Untersuchung bilden Befragungen von jungen Menschen in den Stadtbibliotheken Pforzheim, Freiburg, Mannheim und Reutlingen, Gruppeninterviews mit Fachkräften aus Bibliotheken und Jugendeinrichtungen sowie eine landesweite Online-Befragung von Bibliotheken. Herausgeber der Studie der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband (dbv). 

Mit über 14,8 Millionen Besuchen im Jahr 2024 unterstreichen Bibliotheken in Baden-Württemberg ihre zentrale gesellschaftliche Bedeutung. Besonders stark vertreten ist die Altersgruppe der unter 30-Jährigen. Auch die Ausleihe von Kinder- und Jugendliteratur ist seit 2014 kontinuierlich gestiegen, auf rund 30 Mio. Entleihungen in Baden-Württemberg.

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