Die Bayerische Staatsbibliothek und die Dunhuang Academy aus der Volksrepublik China unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung, die den Beginn ihrer Zusammenarbeit bei der Erforschung, Bewahrung und Vermittlung des einzigartigen kulturellen Erbes der Seidenstraße markiert.
Die Vereinbarung schafft die Grundlage dafür, dass die Bayerische Staatsbibliothek der Dunhuang Academy hochauflösende Digitalisate ihrer aus Dunhuang stammenden Handschriften zur Verfügung stellt.
Damit leistet die Bayerische Staatsbibliothek einen wichtigen Beitrag zur virtuellen Zusammenführung der heute auf verschiedene Bibliotheken und Museen verteilten Handschriften aus dieser archäologisch bedeutenden Region in der heutigen chinesischen Provinz Gansu.
Bei ihrer Erforschung und Bewahrung spielt die Dunhuang Academy eine Schlüs-selrolle. Gemeinsam mit internationalen Partnern, darunter die Harvard-Yenching Library der Harvard University, die British Library und die Bibliothèque nationale de France, integriert sie die digital verfügbaren Bestände aus aller Welt in ein Online-Portal.
Die Digitalisate der Bayerischen Staatsbibliothek ergänzen diese internationale Forschungsinfrastruktur um einmalige Zeugnisse.
Die Funde aus Dunhuang gehören zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen Zentralasiens. Berühmt wurde insbesondere die sogenannte Bibliothekshöhle, die um das Jahr 1900 wiederentdeckt wurde.
Sie enthielt tausende Handschriften, Drucke und weitere Objekte aus dem 4. bis 11. Jahrhundert, die einzigartige Einblicke in Religion, Gesellschaft und den kulturellen Austausch entlang der Seidenstraße ermöglichen.
Die Bayerische Staatsbibliothek, die über eine umfangreiche chinesische Sammlung von internationalem Rang verfügt, besitzt sechs wertvolle Handschriftenfragmente aus Dunhuang, die während der Tang-Dynastie (618 - 907 nach Christus) entstanden sind und buddhistische Texte enthalten.
