Bibliotheken sind zentrale Orte für den Zugang zu Wissen, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Um ihr wissenschaftliches und gesellschaftliches Engagement zu würdigen, zeichnet der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) einmal im Jahr innovative und zukunftsweisende Bibliotheken aus.
Über die Preisträger entscheidet eine Jury, der Vertreter/-innen des Deutschen Bibliotheksverbandes, des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Kultusministerkonferenz, des Deutschen Städtetages sowie von Bibliothek & Information Deutschland (BID) angehören.
Bibliothek des Jahres 2026
Der einzige nationale Bibliothekspreis ist mit 20 000 Euro dotiert. In diesem Jahr geht die Auszeichnung »Bibliothek des Jahres« an ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften in Köln.
Ausgezeichnet werden der Pioniergeist der Bibliothek beim Forschungsdatenmanagement, ihr Engagement für Open Science sowie der Einsatz für digitale Souveränität. Darüber hinaus würdigt die Jury die konsequente Weiterentwicklung der Bibliothek zu einer national und international vernetzten Forschungs- und Informationsinfrastruktur.
In der Jurybegründung heißt es: »ZB MED verbindet klassische bibliothekarische Kernaufgaben mit Forschung, Digitalisierung und wissenschaftlichem Service und gestaltet damit den Wandel des Bibliothekswesens aktiv mit.«
Dazu Dr. Frank Mentrup, Juryvorsitzender und Präsident des dbv: »Gesundheit gehört zu den großen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft. Informationen dazu werden von den Bürgerinnen und Bürgern online intensiv abgefragt.
Für die anstehenden Innovationen brauchen wir medizinische Forschung, die auf verlässlichen Daten basiert. Mit Innovationskraft, wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Verantwortung leistet ZB MED hierzu einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Mit dem Preis ›Bibliothek des Jahres‹ würdigen wir eine Bibliothek, die beispielhaft zeigt, wie Bibliotheken als vertrauenswürdige Wissensinfrastrukturen wissenschaftlichen Fortschritt, demokratische Werte sowie digitale Souveränität gleichermaßen stärken können.«
Die ausführliche Jurybegründung kann hier abgerufen werden.
Die Verleihung der Auszeichnung »Bibliothek des Jahres 2026« findet am 29. Oktober 2026 in Köln statt.
Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen 2026
Zum siebten Mal verleiht der Deutsche Bibliotheksverband die Auszeichnung »Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen«.
Diesen Preis, der mit 7 000 Euro dotiert ist, erhält 2026 die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in Hoyerswerda.
Gewürdigt wird ihr strategisches Bibliothekskonzept, das sich an vier Handlungsfeldern orientiert: Demokratie, Bildung, Nachhaltigkeit und Partizipation.
Dazu Antje Theise, Mitglied der Jury und Bundesvorsitzende des dbv: »Die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in Hoyerswerda macht deutlich, wie Bibliotheken zu tragenden Säulen einer demokratischen Gesellschaft werden können. Mit ihrer strategisch verankerten Demokratiearbeit, ihrer konsequent partizipativen Ausrichtung und ihrer außergewöhnlichen Vernetzung schafft sie ein bundesweit beachtenswertes und übertragbares Modell zukunftsorientierter Bibliotheksarbeit. In einer Zeit, in der das Vertrauen in Politik und demokratische Strukturen getrübt ist, verbindet die Stadtbibliothek Hoyerswerda Bildung, Kultur und gesellschaftliche Teilhabe auf herausragende Weise und macht Demokratie im Alltag konkret erlebbar.«
Die ausführliche Jurybegründung finden Sie hier.
Die Verleihung der Auszeichnung »Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen 2026« findet am 30. Oktober 2026 in Hoyerswerdastatt.
Auch die »Bibliothek des Jahres Baden-Württemberg 2026« steht seit kurzem fest.
Mit dieser Auszeichnung würdigt die Jury zwei unterschiedliche Modelle öffentlicher Bibliotheksarbeit: die Bücherei Altbach mit ihrem breit gefächerten Angebot sowie die Stadtbüchereien Horb und Freudenstadt mit dem Bibliotheksnetzwerk im Landkreis Freudenstadt, das Bibliotheken im ländlichen Raum nachhaltig stärkt.
Die Preisverleihung findet am Donnerstag, dem 22.10.2026, ab 15 Uhr in Stuttgart statt.
Bücherei Altbach: Kleine Bibliothek mit großer Wirkung
Die Bücherei Altbach erhält den Titel »Bibliothek des Jahres Baden-Württemberg 2026«. Mit einer personellen Ausstattung von 1,56 Vollzeitäquivalenten hat sich die Einrichtung, so die Jury in ihrer Begründung, als unverzichtbarer Bildungs-, Kultur- und Begegnungsort in ihrer Gemeinde mit rund 6 000 Einwohnerinnen und Einwohnern etabliert.
»Grundlage ist ein zukunftsorientiertes Bibliothekskonzept, das gesellschaftliche Entwicklungen in praxisnahe Formate umsetzt«, erklärt die Jury.
Das Leitmotiv der Bücherei – »Nur weil jemand in einer ländlich geprägten Gemeinde aufwächst, darf dieser nicht durch weniger Angebot oder Innovation einen Nachteil haben« – prägt ihre Arbeit maßgeblich.
Die Jury überzeugt das breite Netzwerk an Kooperationen, die hohe Besucher- und Serviceorientierung und wie die Bücherei Altbach als kleine kommunale Einrichtung weit über ihre Größe hinauswirken kann.
Bibliotheksnetzwerk Landkreis Freudenstadt: Vernetzung als Zukunftsmodell
Die Stadtbüchereien Horb und Freudenstadt erhalten den Förderpreis »Bibliothek des Jahres Baden-Württemberg 2026« für ihr herausragendes Engagement beim Aufbau eines Bibliotheksnetzwerks.
Mit diesem Netzwerk werden laut der Jury Versorgungslücken im ländlichen Raum gezielt geschlossen. Kleinere Bibliotheken können ihr Angebot erweitern, sodass allen Bürgerinnen und Bürgern – unabhängig von Wohnort, Alter oder Mobilität – ein gleichberechtigter Zugang zu modernen Bibliotheksangeboten ermöglicht wird.
Mit ihrem Engagement zeigen die Stadtbüchereien Horb und Freudenstadt beispielhaft, wie interkommunale Zusammenarbeit die Zukunft öffentlicher Bibliotheken im ländlichen Raum gestalten kann, so die Jury.