Rekordstart für neues KEK-Förderprogramm

Das neue Förderprogramm stärkt die langfristige Erhaltung schriftlichen Kulturguts und erhöht die Resilienz von Archiven und Bibliotheken.

Insgesamt 92 Projekte zur Sicherung von Originaldokumenten fördert die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) in diesem Jahr. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Ländergemeinschaft stellen dafür rund 1,5 Millionen Euro im neuen Förderprogramm »Schriftliches Kulturgut erhalten« bereit. 

Ursula Hartwieg, Leiterin der KEK, betont: »Für die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Kultur sind Originalquellen grundlegend. Die Bewahrung von Urkunden, Akten und Büchern gehört zum Wesenskern unserer demokratischen Gesellschaft.

Kultureinrichtungen stehen dabei vor wachsenden Herausforderungen – finanziell wie strukturell. Zugleich nehmen Risiken durch Katastrophenereignisse zu. Mehr denn je gilt: Eine resiliente Demokratie braucht resiliente Kultureinrichtungen. 

Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass Bund und Länder die Sicherung der schriftlichen Überlieferung mit vereinten Kräften stärken.«

Bereits im ersten Jahr stößt das neu aufgelegte Förderprogramm auf großes Interesse: Kulturgut bewahrende Einrichtungen reichten rund 200 Projektanträge ein. Die Nachfrage erreichte damit mehr als das 2,5-fache des verfügbaren Fördervolumens.

Das Programm löst die bisherigen Förderlinien KEK-Modellprojektförderung und BKM-Sonderprogramm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts ab. Ziel ist die nachhaltige Stärkung der Resilienz schriftlichen Kulturguts – das verdeutlichen Beispiele aus der Förderung: 

Insgesamt 16 Förderprojekte fallen in die Kategorie der Notfallvorsorge. Die Vorbereitung auf Katastrophenereignisse wie Hochwasser spielt für Gedächtniseinrichtungen eine zunehmend wichtige Rolle. 

Neben kleineren Notfallboxen wird 2026 mehrfach größere Ausrüstung beschafft, darunter Notfallanhänger für den Notfallverbund Leipzig und die Notfallverbünde Schleswig-Holstein. 

Die KEK verzeichnet alle Notfallverbünde für Kulturgutschutz sowie größere Ausrüstung auf einer interaktiven Notfallverbundkarte.

Der Großteil der Förderprojekte nimmt Sicherungsmaßnahmen wie Konservierung und Verpackung in den Blick. Im Landeshauptarchiv Koblenz wird seit 2025 das vollständig erhaltende Archiv der Firma Binsfeld bewahrt. Die Firma fertigte seit 1882 Glasmalereien für Kirchenfenster in Europa und der ganzen Welt an. 

Zahllose Fenster gingen durch Kriegszerstörungen oder Kirchenschließungen verloren und sind nur noch in künstlerischen Skizzen und Arbeitsunterlagen erhalten. Im Förderprojekt werden Teile des fragilen Bestands gereinigt und verpackt. Außerdem wird ein Schadenskataster als Planungsgrundlage für künftige Restaurierungen erstellt.

Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) wurde 2011 gegründet und wird von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder als Projekt gefördert. Die KEK unterstützt bundesweit Vorhaben zum Originalerhalt. Seit 2010 wurden über die KEK 1 338 Projekte mit einem Volumen von mehr als 29,1 Millionen Euro bewilligt.

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