Zum Umgang mit kolonialen Beständen in Bibliotheken

dbv und VÖB veröffentlichen einen Leitfaden zu »Kolonialen Kontexten in Bibliotheken«, um Bibliotheken zu unterstützen.

Der Leitfaden richtet sich an Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, Bibliotheken zum einen bei der Entwicklung eigener Strategien beim Umgang mit kolonialen Beständen zu unterstützen und zudem einen reflektierten Umgang mit historisch gewachsenen Beständen zu fördern. 

Dabei werden in dem Leitfaden sowohl rechtliche Rahmenbedingungen als auch ethische und institutionelle Fragestellungen berücksichtigt. Neben grundlegenden Einordnungen enthält der Leitfaden zudem konkrete Handlungsempfehlungen zu Themen wie Provenienzforschung, Erwerbung, Bestandspräsentation sowie digitaler Bereitstellung und Metadaten. 

Der Leitfaden kann hier heruntergeladen werden. 

Zum Erscheinen des Leitfadens sagt Reinhard Altenhöner, Bundesvorstandsmitglied des dbv: »Das Thema ist fachlich und gesellschaftlich von hoher Relevanz: Bibliotheken bewahren nicht nur Wissen, sondern prägen auch dessen Ordnung und Vermittlung. Bestände aus kolonialen Kontexten sind Teil historischer Macht- und Gewaltverhältnisse, deren Aufarbeitung zunehmend an Bedeutung gewinnt. 

Mit der Veröffentlichung wird ein wichtiger Beitrag zur aktuellen fachlichen und gesellschaftlichen Debatte geleistet und eine Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit kolonialen Kontexten in Bibliotheken geschaffen. 

Der Leitfaden trägt dazu bei, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und Bibliotheken in ihrer Rolle als verantwortungsbewusste Wissensinstitutionen zu stärken.«

Zum Hintergrund

Seit 2024 wurde der Leitfaden in einem kollaborativen Prozess von Kolleginnen und Kollegen aus Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken, Museumsbibliotheken sowie Forschungsinstituten erarbeitet. Er versteht sich als praktische Orientierungshilfe und als Beitrag zu einer fortlaufenden Diskussion. 

Unterstützt wurde die Entwicklung des Leitfadens von der ETH Zürich, der dbv-Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung, den Fachinformationsdiensten Sozial- und Kulturanthropologie und Afrika Studien sowie der Staatsbibliothek zu Berlin.

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