Brauchen Bibliotheken neben Instagram, Facebook und Co. weitere digitale Formate? Und sind Podcasts ein möglicher Weg? Diese Fragen muss jede Bibliothek für sich selbst beantworten. Der folgende Artikel soll einen kurzen Einblick ins Thema Podcasting geben und Bibliotheken, die sich in diesem Feld ausprobieren wollen, eine Hilfestellung bieten.
Podcasts in Bibliotheken – Chancen digitaler Formate
Podcasts erfreuen sich in den vergangenen Jahren einer steigenden Beliebtheit und haben sich in der Medienlandschaft etabliert. Deshalb wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit – an der HdM Stuttgart1 – untersucht, ob dieser Podcast-Trend bereits Einzug in die Bibliothekswelt gehalten hat. Hierfür wurden Bibliothekspodcasts recherchiert, analysiert, mithilfe von Experteninterviews vertiefende Einblicke gewonnen und der Leitfaden »How to podcast« entwickelt.
Was ist ein Podcast? Grundlagen des Podcastings
Unter »Podcast« versteht man eine Serie von Audiobeiträgen, die über das Internet zugänglich gemacht und abonniert werden können. Der Begriff Podcast ist ein »Kofferwort«, das unterschiedliche Erklärungen hat. »Pod« kann als Abkürzung für »play on demand« oder als Verweis auf den Apple iPod als Abspielgerät stehen. »cast« kommt vom englischen Begriff Broadcast (Rundfunksendung)2. Sie werden hauptsächlich von jungen Erwachsenen gehört3, dienen der Unterhaltung, aber auch als Weiterbildungsoption und Informationsquelle. Die Formate, die auf dem Markt zu finden sind, sind vielfältig. Von Hörspielformaten über Interviews zu skriptlosen Gesprächen ist alles möglich. Unterschiedliche Podcast-Formate sind auch im Bibliotheksumfeld zu finden. Einige sprechen Medienempfehlungen aus, andere Podcaster/-innen unterhalten sich über den Alltag in der Bibliothek, interviewen Mitarbeiter/-innen oder Autorinnen und Autoren und halten Lesungen ab.
Podcast als Nischenmedium für Bibliotheken und ihre Zielgruppen
Podcasts bieten Vorteile, die Bibliotheken zu ihren Gunsten nutzen können. Eine Auseinandersetzung mit diesem Medienformat ist deshalb durchaus sinnvoll. Podcasts sind ein perfektes »Nischen-Medium«, um über die Inhalte spezifische Zielgruppen direkt anzusprechen.
Durch die Nutzung über das Internet und hauptsächlich über das Smartphone können sie zeit- und ortsunabhängig konsumiert werden. Sie kommen so einer zunehmend mobilen Klientel entgegen. Weil die Umsetzung eines eigenen Podcast kostengünstig ist, eignen sie sich für das oftmals knappe Budget von Bibliotheken. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, sich als Bibliothek authentisch und innovativ darzustellen und direkt mit der Zielgruppe zu kommunizieren.
Erfolgsfaktoren für einen erfolgreichen Bibliothekspodcast
Um mit einem Podcast erfolgreich zu sein, ist es vor allem wichtig, für die eigene Institution zu definieren, was man als »Erfolg« ansieht. Daneben sind einige objektive Faktoren zu berücksichtigen, die über den Erfolg eines Podcast entscheiden. Hierzu gehören beispielsweise eine makellose Soundqualität, die Verfügbarkeit auf den meist genutzten Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts und Google Podcasts, ein regelmäßiger Veröffentlichungsrhythmus, ein Logo und ein einheitlicher Folgenaufbau mit einem Jingle zu Beginn und Ende.
Ein Praxisbeispiel für Podcasting in Bibliotheken bietet der Beitrag »Ein Medium, das Spaß macht und den Austausch fördert«.