Die Stadtbibliothek Karlsruhe ist um eine charmante Attraktion reicher. Wer die Bibliothek am Ständehaus besucht, entdeckt dort einen Tisch, der fast dauerhaft für ein gemeinschaftliches Projekt reserviert ist. Ein großes Puzzle, das Besucher zum Verweilen und Mitmachen einlädt.
Zwischen Büchern und Puzzleteilen
Inspiration aus der Mediathek Straßburg – neue Bibliothekskonzepte entdecken
Die Inspiration für dieses Projekt stammt direkt von unseren Nachbarn in Frankreich. Während eines Betriebsausflugs nach Straßburg besuchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Karlsruher Bibliothek die dortige Mediathek. Zwischen dem Austausch über moderne Raumkonzepte stach ein Detail besonders ins Auge: ein öffentlicher Puzzletisch. Das Team brachte diese Idee kurzerhand mit über die Grenze.
Der öffentliche Puzzletisch als Bibliothekskonzept für mehr Aufenthaltsqualität
Das Konzept ist simpel:
Ein fester Platz im Haus ist für das aktuelle Motiv reserviert.
Jeder darf mitmachen. Ob nur ein einzelnes Randstück oder eine konzentrierte Session von zehn Minuten – jeder Beitrag zählt.
Gemeinschaft: Das Puzzle wird zum Treffpunkt, an dem Fremde gemeinsam an einem Bild bauen.
Puzzle in der Bibliothek – eine beeindruckende Bilanz des Gemeinschaftsprojekts
Was als Experiment begann, hat sich längst als Erfolg erwiesen. Die Zahlen der letzten 15 Monate sprechen für sich:
23 Puzzles wurden bereits gemeinschaftlich gelöst.
Jedes davon aus stolzen 1 000 Teilen.
Das bedeutet, dass die Besucher in dieser Zeit über 23 000 Teile an die richtige Stelle gesetzt haben – ein Beweis für die Ausdauer und das Teamwork der Karlsruher Puzzler.
Der Puzzletreff der Bibliothek – Freizeitangebot und Begegnung für Puzzlefans
Zusätzlich zum permanenten Tisch hat sich ein weiteres Format etabliert: Alle zwei Monate findet in der Bibliothek ein spezieller Puzzletreff statt. Hier bringen die Teilnehmer ihre eigenen Puzzles mit und widmen sich gemeinsam neuen Motiven. Das Format wird sehr gut angenommen: Beim letzten Puzzletreff trafen sich 35 begeisterte Puzzler.
Vier Stunden lang wird in entspannter Atmosphäre getüftelt, sich ausgetauscht und unterhalten. Es ist ein Ort der Entschleunigung geworden, an dem das gemeinsame Hobby im Mittelpunkt steht.
Tünde Pöstenyi schloss ihre Ausbildung im Jahr 1992 ab. Damals wurde diese noch unter der Bezeichnung »Bibliotheksassistentin« durchgeführt. Seitdem arbeitet sie bei der Stadtbibliothek Karlsruhe, wo sie ein fester Bestandteil der Erwerbungsabteilung ist. Gleichzeitig ist sie stellvertretende Leiterin des Kundenservice.
