Viele Menschen assoziieren mit Bibliotheken etwas Positives. Hier ist jede/r Besucher/-in willkommen, unabhängig vom jeweiligen Hintergrund. Als so genannter »Dritter Ort« bieten Bibliotheken einen niederschwelligen Zugang sowie parteipolitisch neutrale Räume des Austauschs und der Wissensvermittlung. Ideal also, um demokratische Dialogformate anzubieten.
Daher hat der Landesverband Niedersachsen im Deutschen Bibliotheksverband gemeinsam mit Partnern und Förderern das Projekt »Demokratiedialoge in Niedersachsen« initiiert. Auftakt war am 4. März 2026 in der Landesbibliothek Oldenburg. Hier kamen zukünftige Demokratielotsinnen und Demokratielotsen aus Niedersachsen für erste Workshops zusammen. Der Schirmherr des Projekts Falko Mohrs, der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, eröffnete mit einer Video-Grußbotschaft.
Minister Falko Mohrs: »Unsere Demokratie lebt vom Gespräch, vom Verhandeln. Man muss dabei nicht immer einer Meinung sein, sich aber auf Augenhöhe und mit Respekt begegnen. Bibliotheken leisten dazu unverzichtbare Beiträge: Sie schaffen Zugang zu Wissen, fördern Orientierung in Fakten und Meinungen und stärken so die Fähigkeit, Aussagen kritisch zu hinterfragen. Dass Bibliotheken ihre Rolle als Orte für Diskussion und Dialog weiter ausbauen, ist ein Gewinn für uns alle.«
In den Demokratiedialogen werden Bibliotheken in Niedersachsen dabei unterstützt, Formate vor Ort aufzubauen, um die demokratische Gesprächskultur landesweit zu fördern. Mit Blick auf die kommenden Kommunalwahlen 2026 und die Landtagswahl 2027 in Niedersachsen ist der Bedarf an politischer Bildung sowie Austausch und Begegnungsmöglichkeiten von Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Meinungen besonders aktuell. Bis 2027 sollen insgesamt bis zu 60 Bibliotheken beziehunsgweise deren Mitarbeitende als Demokratielotsinnen und Demokratielotsen qualifiziert werden und in der Lage sein, zu entsprechenden Veranstaltungen einzuladen. Öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken aus Hannover, Oldenburg, Seevetal, Springe, Walsrode, Winsen (Luhe) unter aanderen nahmen das Angebot an und sind bei dem ersten Durchgang dabei. Sie veranstalten bis Herbst dieses Jahres je zwei Demokratiedialoge. Zielgruppen sind die allgemeine Öffentlichkeit oder die Studierenden der beteiligten Hochschulbibliotheken.
Zentral sind zwei bewährte Mitmach-Formate: »Sprechen & Zuhören« ist ein hierarchiefreier Austausch, in dem das eigene Erleben mitgeteilt werden kann. Dies wird dadurch erreicht, dass jede Person gleich viel Redezeit bekommt. »Demokratie-Fitness« ist ein Format, bei dem es um praktische Alltagsübungen zu demokratischen Kompetenzen geht. Es gibt zehn Demokratiemuskel, die jeweils in 30 Minuten mit einer Gruppe trainiert werden.
Der Verein »Mehr Demokratie e. V.« ist inhaltlicher Partner des Projekts, schult die Bibliotheksmitarbeitenden und begleitet bei der Umsetzung vor Ort.
